Die USA und Japan haben erstmals seit fast 30 Jahren gemeinsam am Devisenmarkt eingegriffen, um den Yen zu stützen. US-Präsident Donald Trump bestätigte das Vorgehen am Sonntag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Vor Journalisten sprach er von einem «Zeichen der Freundschaft»: Die USA hätten Japan geholfen, weil die Beziehungen zwischen beiden Ländern gut seien. Zugleich zögen die USA «finanziellen Nutzen» aus der Maßnahme, die auch «gut für die Weltwirtschaft» sei.

Der Schritt war zuvor durch einen Pressebericht bekannt geworden. Die Financial Times hatte am Freitag gemeldet, dass die New Yorker Filiale der US-Notenbank Fed im Auftrag des US-Finanzministeriums Euro verkauft und dafür Yen gekauft hatte. Es handelte sich dem Bericht zufolge um die erste Beteiligung der USA an einer Yen-Stützung seit fast 30 Jahren. Die Bestätigung durch Trump folgte am Sonntag. Die gemeinsame Operation war damit auch ein Signal an die Finanzmärkte.

Der Yen war gegenüber dem Dollar auf den schwächsten Stand seit 40 Jahren gefallen. Zu den Ursachen zählten die hohen US-Zinsen, die Dollar-Anlagen für Anleger attraktiver machten, sowie steigende Ölpreise im Zuge des Iran-Kriegs. Öl wird international in Dollar abgerechnet. Sinkt der Yen, müssen japanische Importeure für die gleiche Menge Öl mehr in der eigenen Währung aufbringen. Die Kombination aus schwachem Yen und höheren Rohstoffpreisen belastete Japan daher zusätzlich.

Japans Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte in Tokio das gemeinsame Eingreifen ihres Landes und der USA. Ihr Ministerium habe in Koordination mit dem US-Finanzministerium Yen gekauft, um gegen «exzessive Volatilität» vorzugehen. Seit der Intervention hat sich der Yen am Devisenmarkt wieder deutlich erholt. Damit reagierte Tokio auf heftige Schwankungen am Devisenmarkt.

Über das Volumen der Intervention gibt es unterschiedliche Schätzungen. Analysten, die die Financial Times zitierte, beziffern die Größenordnung auf rund 8,45 Billionen Yen, umgerechnet etwa 46 Milliarden Euro. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei sprach dagegen von sechs bis sieben Billionen Yen. Eine offizielle Angabe zur Gesamtsumme gibt es nicht; die genaue Summe bleibt damit vorerst unklar.

Für Japan hatte der schwache Yen zwei Gesichter. Er verteuerte Einfuhren, insbesondere die in Dollar gehandelten Öllieferungen, und erhöhte damit die Energiekosten. Gleichzeitig machte er das Land für Reisende aus dem Ausland günstiger: Hotels, Einkäufe und Restaurantbesuche wurden für Touristen preiswerter, was den Tourismusboom in Japan weiter anheizte. Trump wertete die gemeinsame Aktion als Ausdruck der engen Beziehungen zwischen Washington und Tokio und betonte zugleich den Nutzen für die Weltwirtschaft. Der Wechselkurs bleibt für Japan ein sensibles Thema, weil Ölimporte bei einem schwachen Yen unmittelbar teurer werden.