Die weltweiten Wasserreserven gehen einer Analyse der Weltwetterorganisation (WMO) zufolge seit Jahren zurück. Flüsse führen weniger Wasser, Gletscher verlieren weiter an Masse, und die Grundwasserstände sinken in vielen Regionen. Besonders betroffen sind nach den vorliegenden Zahlen Zentral- und Osteuropa, wo die Wasserknappheit deutlich spürbar ist.
Die WMO zeichnet in ihrem Bericht ein düsteres Bild der globalen Wasserspeicher. Demnach schrumpfen die Reserven nicht nur in einzelnen Krisengebieten, sondern weltweit. Die Entwicklung betrifft sowohl Oberflächengewässer als auch das Grundwasser, das in vielen Ländern eine zentrale Rolle für die Trinkwasserversorgung und die Landwirtschaft spielt. In Zentral- und Osteuropa sind die Grundwasserstände besonders stark gesunken.
Für das kommende Jahr warnt die Organisation zudem vor einem besonders kräftigen El-Niño-Ereignis. Das Klimaphänomen im Pazifik kann weltweit Wetterextreme verstärken und die Wasserverfügbarkeit zusätzlich beeinträchtigen. Die WMO beobachtet die Entwicklung der Wasserreserven seit Jahren und stellt einen anhaltenden Abwärtstrend fest.
Die Folgen der schrumpfenden Wasserspeicher sind vielfältig. Sinkende Grundwasserstände können die Versorgung von Haushalten, Landwirtschaft und Industrie gefährden. Flüsse mit geringerem Abfluss beeinträchtigen die Binnenschifffahrt, die Energieerzeugung aus Wasserkraft und die Ökosysteme entlang der Ufer. Schmelzende Gletscher verändern langfristig den Wasserhaushalt ganzer Regionen, da sie als natürliche Speicher im Sommer Schmelzwasser liefern.
Die WMO dringt auf eine bessere Überwachung und ein nachhaltigeres Management der Wasserressourcen. Der Bericht unterstreicht, dass Wasserknappheit nicht mehr nur ein lokales Problem einzelner trockener Regionen ist, sondern eine globale Entwicklung mit regional sehr unterschiedlichen Auswirkungen. In Europa trifft es insbesondere Zentral- und Osteuropa, wo die Grundwasserstände in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind.
Fachleute sehen in der Kombination aus Klimawandel, veränderten Niederschlagsmustern und steigendem Wasserbedarf eine wachsende Herausforderung. Die WMO ruft Regierungen dazu auf, Wasserreserven stärker zu schützen und Anpassungsstrategien zu entwickeln. Der bevorstehende El Niño könnte die Lage in einigen Regionen weiter verschärfen.

