Die deutsche Luftwaffe bekommt ihr erstes Exemplar des Tarnkappen-Kampfflugzeugs F-35. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will die Maschine an diesem Freitag im US-Bundesstaat Texas offiziell in Empfang nehmen. Der Jet gilt als das modernste Kampfflugzeug der Welt und soll die in die Jahre gekommene Tornado-Flotte der Bundeswehr ablösen.

Die Bundesregierung plant die Anschaffung von bis zu 35 Maschinen des US-Herstellers Lockheed Martin. Die ersten acht F-35 für die deutsche Luftwaffe bleiben zunächst in den Vereinigten Staaten. Dort werden deutsche Piloten und Techniker an dem Flugzeugtyp ausgebildet. Ab dem Jahr 2027 sollen die ersten Maschinen dann auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert werden.

Der F-35 ist wegen seiner speziellen Form und Außenbeschichtung für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. Er fliegt mit 1,6-facher Schallgeschwindigkeit und kann mehr als acht Tonnen Waffen transportieren, darunter auch Atomwaffen. Infrarotkameras an der Außenhülle nehmen im Flug die Umgebung auf und übertragen die Bilder direkt in den Helm des Piloten, der dadurch einen 360-Grad-Blick erhält.

Die Entwicklung des Jets war das teuerste Rüstungsprogramm in der Geschichte der USA. Auch die Anschaffung und Wartung sind immens teuer. Allein die reinen Produktionskosten liegen je nach Modell zwischen 82,5 und 109 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 71,5 bis 95 Millionen Euro. Trotz der hohen Kosten haben nach Angaben von Lockheed Martin neben den US-Streitkräften inzwischen 19 Länder den Super-Flieger bestellt, darunter Großbritannien, Israel, die Niederlande, die Schweiz und Deutschland.

Der Hersteller preist sein Produkt auf seiner Website mit deutlichen Worten an: Der F-35 sei «das tödlichste und widerstandsfähigste Kampfflugzeug der Welt». Er verschaffe Piloten einen Vorteil gegenüber jedem Gegner und ermögliche es ihnen, ihren Auftrag zu erfüllen und sicher zurückzukehren. Nach Herstellerangaben wurden bereits mehr als 1350 Maschinen ausgeliefert.

In den USA ist der Jet ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Maschine sichert laut Lockheed Martin direkt und indirekt 317.000 Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten. Rund 1900 heimische Zulieferer seien in die Produktion eingebunden.

Für die Bundeswehr bedeutet die Beschaffung des F-35 einen wichtigen Schritt bei der Modernisierung ihrer Luftstreitkräfte. Der Tornado, der seit Jahrzehnten im Dienst ist, wird damit schrittweise ersetzt. Die Stationierung in Büchel in der Eifel ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Bis dahin werden die ersten Maschinen in den USA für die Ausbildung genutzt.

Nora Dietrich

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Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.