Jürgen Klopp hat am Donnerstag in Frankfurt seinen ersten Kader als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft präsentiert. Für die anstehenden Nations-League-Partien setzt der 58-Jährige auf ein Novum in der DFB-Geschichte: einen Doppel-Kader mit insgesamt 44 Akteuren. 24 Spieler gehören dem Aufgebot für die ersten beiden Länderspiele an, 20 weitere für die darauffolgenden Begegnungen.

„Die Kaderzusammenstellung hat Spaß gemacht. Ich möchte so viele Spieler wie möglich kennenlernen und so viele Eindrücke wie möglich von ihnen bekommen“, sagte Klopp bei der Vorstellung auf dem DFB-Campus. Der neue Bundestrainer sprach von einer bewussten Sichtung: „Wir sehen was in den Jungs, wir sehen ganz viel Potenzial. Es ist uns ganz viel Talent ins Auge gesprungen. Wer kann in zwei Jahren eine Stütze sein?“ Man habe nicht geschaut, was fehle, sondern was vorhanden sei.

Das erste Aufgebot umfasst 16 Spieler, die bereits bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft zum Einsatz kamen, sowie zahlreiche Rückkehrer. Marc-André ter Stegen, Serge Gnabry und Karim Adeyemi gehören dazu. Ter Stegen wird im ersten Spiel gegen die Niederlande als Nummer eins auflaufen. „Er ist fit, er bringt die notwendige Erfahrung mit“, begründete Klopp die Entscheidung. Joshua Kimmich führt die Mannschaft weiterhin als Kapitän an.

Für Aufsehen sorgen vor allem die 16 Akteure ohne Länderspieleinsatz. Zu den Debütanten zählen Mika Baur von Celtic Glasgow, Bambasé Conté von der TSG Hoffenheim, Vitaly Janelt vom FC Brentford, Felix Keidel vom SV Elversberg, Hennes Behrens vom FC Augsburg sowie die vier Freiburger Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Derry Scherhant. Auch Younes Ebnoutalib von Eintracht Frankfurt und Finn Jeltsch vom VfB Stuttgart stehen erstmals im A-Kader.

Die ersten beiden Partien bestreitet die Nationalmannschaft am kommenden Donnerstag in Amsterdam gegen die Niederlande und drei Tage später in Augsburg gegen Griechenland. Anschließend wechselt das Team ins Stammquartier nach Herzogenaurach, wo der Kader für die Begegnungen am 1. Oktober in München gegen Serbien und drei Tage später in Thessaloniki gegen Griechenland zusammengestellt wird. Aus dem ersten 24-Mann-Aufgebot sollen einige Feldspieler auch im zweiten Kader verbleiben. Das gelte etwa für Jamal Musiala, Serge Gnabry und Nico Schlotterbeck, die nach Ausfällen Rhythmus aufnehmen sollen.

Klopp betonte, dass es sich nicht um einen A- und B-Kader handele. Arrivierte Kräfte und Debütanten verteilten sich auf beide Listen. Musiala steht im ersten Aufgebot, Florian Wirtz im zweiten. Bei der Zusammenstellung habe er auch auf die Positionen geachtet, so Klopp.

Nicht berücksichtigt wurden trotz des XXL-Aufgebots mehrere Spieler, die noch zum WM-Kader von Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann gehört hatten. Dazu zählen Deniz Undav, Angelo Stiller und Jamie Leweling vom VfB Stuttgart, Leroy Sané sowie Maximilian Beier von Borussia Dortmund. Nach der Weltmeisterschaft waren mit Manuel Neuer und Antonio Rüdiger nur zwei Routiniers aus der Nationalmannschaft zurückgetreten.

Klopp empfängt die ersten Spieler bereits am Sonntagabend in Herzogenaurach. Am Montag beginnt die Vorbereitung mit dem 24 Spieler umfassenden ersten Kader. Die Pressekonferenz aus Frankfurt wurde im Livestream übertragen.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.