München wird 2028 Schauplatz des Endspiels der Champions League. Die Entscheidung fiel an einem Vormittag und bringt der bayerischen Landeshauptstadt gleich zwei sportliche Großereignisse: Neben dem Finale der Königsklasse wurde München auch die Ausrichtung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft zugesprochen. Damit rückt die Stadt für mehrere Jahre in den Mittelpunkt des internationalen Spitzensports.

Das Champions-League-Finale 2028 soll in der Allianz Arena ausgetragen werden, dem Stadion des FC Bayern München. Für den deutschen Rekordmeister weckt das Szenario Erinnerungen an das «Finale dahoam» – den Traum, das Endspiel im eigenen Stadion zu bestreiten. Bereits 2012 hatte die Allianz Arena das Finale der Champions League ausgerichtet, damals unterlagen die Bayern dem FC Chelsea im Elfmeterschießen. Ein erneutes Heimfinale wäre für den Verein und seine Anhänger ein besonderes Ereignis.

Parallel dazu wird das Olympiastadion in München zum Austragungsort der Leichtathletik-WM. Die Doppelvergabe macht deutlich, dass die Stadt ihre sportliche Infrastruktur für internationale Wettbewerbe nutzen will. Olympiastadion und Allianz Arena werden damit innerhalb weniger Jahre zu Bühnen großer Sportveranstaltungen. Die Entscheidung fiel an einem einzigen Vormittag und umfasst zwei der bedeutendsten Events im internationalen Sportkalender.

Für München bedeutet der Zuschlag eine erhebliche organisatorische und wirtschaftliche Herausforderung. Große Endspiele und Weltmeisterschaften ziehen Zehntausende Besucher an, erfordern umfangreiche Sicherheits- und Verkehrskonzepte und bringen der regionalen Wirtschaft zusätzliche Einnahmen. Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel profitieren erfahrungsgemäß von solchen Großveranstaltungen. Zugleich müssen die Verantwortlichen in der Stadt die Infrastruktur rechtzeitig anpassen und den öffentlichen Verkehr auf die erwarteten Besucherströme vorbereiten.

Sportlich ist die Vergabe auch ein Signal für den deutschen Fußball. Ein Champions-League-Finale in Deutschland stärkt die Sichtbarkeit der Bundesliga und des Standorts insgesamt. Für den FC Bayern wäre ein Heimfinale 2028 ein sportliches Ziel, das über die reguläre Saison hinausstrahlt. Ob die Mannschaft tatsächlich im eigenen Stadion auflaufen kann, hängt vom sportlichen Verlauf der kommenden Spielzeiten ab. Der Zuschlag für das Finale garantiert dem Verein zunächst nur, dass das Endspiel in seiner Arena stattfindet – nicht, dass er selbst daran teilnimmt.

Die Kombination aus Champions-League-Finale und Leichtathletik-WM dürfte München über mehrere Jahre beschäftigen. Planung, Bau- und Sicherheitsmaßnahmen sowie die Abstimmung mit den europäischen und internationalen Sportverbänden beginnen lange vor den eigentlichen Veranstaltungen. Für die Region Südbaden und die Leserinnen und Leser in Baden-Württemberg ist die Entscheidung vor allem als sportpolitisches Ereignis von Interesse: Sie zeigt, wie sich große Städte im Wettbewerb um internationale Sportveranstaltungen positionieren und welche Bedeutung solchen Zuschlägen für die regionale Wirtschaft und das öffentliche Leben zukommt.

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Sebastian Mertens

Autor

Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.