Die deutschen Basketballerinnen haben bei der Heim-Weltmeisterschaft in Berlin Geschichte geschrieben. Mit einem deutlichen 94:56-Erfolg gegen Südkorea zog die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes erstmals in ihrer Historie ins WM-Viertelfinale ein. Vor 6.225 Zuschauern in der Uber Arena ließ das Team von Bundestrainer Olaf Lange von Beginn an keinen Zweifel am Sieger aufkommen und feierte den dritten Erfolg in Serie.
Nach der Auftaktniederlage gegen Spanien hatte sich die DBB-Auswahl mit Siegen gegen Japan und Mali ins Turnier zurückgekämpft. Gegen die deutlich kleineren Südkoreanerinnen spielte das deutsche Team seine körperliche Überlegenheit von Anfang an geschickt aus. Schon nach dem ersten Viertel führten die Gastgeberinnen mit 23:14, zur Halbzeit stand es 46:29. Im dritten Abschnitt wuchs der Vorsprung auf über 30 Punkte an, wobei die Südkoreanerinnen aus der Distanz schwach trafen.
Kapitänin Marie Gülich war mit 19 Punkten die beste Werferin der Partie. Die Centerin, die nach einem Jahr Pause wegen eines Kreuzbandrisses in diesem Sommer ihre ersten Spiele bestreitet, hatte bereits nach 20 Minuten 14 Punkte, drei Rebounds und drei Assists auf ihrem Konto. Frieda Bühner steuerte 17 Punkte bei. Bundestrainer Lange konnte sich wie schon beim Kantersieg gegen Mali leisten, seinen Topspielerinnen immer wieder Verschnaufpausen zu geben. Bereits vor der Pause kamen alle zwölf Spielerinnen zum Einsatz. „Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass wir Tiefe haben“, sagte Lange.
Dass es das vierte Spiel in fünf Tagen war, war den deutschen Spielerinnen nicht anzumerken. „Wir alle haben so Bock, vor dieser Kulisse zu spielen, dass wir gar nicht groß darüber nachdenken, wie müde wir sind“, hatte Gülich im Vorfeld gesagt. Bühner sprach nach dem Auftritt von „ein wenig Gänsehaut“. Bundestrainer Lange zeigte sich hochzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Heute habe ich nicht viel zu meckern. Wir haben herausragend verteidigt, mit sehr viel Engagement und Herz gespielt. Das ist nicht einfach gegen so ein Team. Ich war sehr, sehr zufrieden.“
In der Runde der letzten Acht trifft Deutschland am Donnerstag um 17.45 Uhr auf Europameister Belgien. Gegen die Mannschaft um Superstar Emma Meesseman, die als Gruppensieger direkt ins Viertelfinale einzog, ist das deutsche Team Außenseiter. Im EM-Viertelfinale vor einem Jahr hatte Deutschland gegen Belgien mit 24 Punkten Unterschied verloren. „Belgien ist ein anderes Kaliber“, sagte Bühner mit Blick auf die kommende Aufgabe.
Die deutsche Mannschaft trat gegen Südkorea von Anfang an mit großer Überzeugung auf. „Wir haben unser Selbstvertrauen gefunden“, hatte Lange vor der Partie gesagt. „Im ersten Spiel gegen Spanien waren da noch viele Zweifel. Aber durch die Siege gegen Japan und Mali haben wir unseren Glauben gefunden und glauben mehr an unsere Stärken.“ Die Spielerinnen zogen immer wieder zum Korb und waren von ihren Gegenspielerinnen kaum zu stoppen.
Von der Loge aus verfolgte Basketball-Ikone Dirk Nowitzki den ungefährdeten Erfolg. Der NBA-Champion von 2011 klatschte freudig und wird auch zum Viertelfinale gegen Belgien wiederkommen. Dann dürfte er eine deutlich spannendere Partie erleben als gegen die chancenlosen Südkoreanerinnen.

