Im vergangenen Jahr sind weltweit mindestens 1.063 Menschen durch Streubomben getötet oder verletzt worden. Das geht aus einem aktuellen Bericht mehrerer Organisationen hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Die meisten Opfer wurden demnach in der Ukraine registriert. Ein Großteil der Betroffenen waren Zivilisten.
Die Zahlen verdeutlichen die anhaltende Bedrohung durch Streumunition, die in vielen Konflikten weltweit eingesetzt wird. Die Organisationen, die den Bericht erstellt haben, dokumentieren seit Jahren die Auswirkungen dieser Waffen auf die Zivilbevölkerung. Streubomben öffnen sich in der Luft und geben zahlreiche kleine Sprengkörper frei, die eine große Fläche abdecken. Ein erheblicher Teil dieser Submunition explodiert nicht sofort und wirkt noch Jahre nach dem Einsatz wie Landminen.
Besonders betroffen ist die Ukraine, wo der Einsatz von Streumunition seit Beginn des russischen Angriffskriegs immer wieder dokumentiert wurde. Auch in anderen Konfliktregionen wie dem Nahen Osten oder Afrika wurden Opfer gemeldet. Die Organisationen fordern die internationale Gemeinschaft auf, den Einsatz dieser Waffen zu ächten und die betroffenen Gebiete zu räumen. Zudem müssten die Überlebenden medizinisch versorgt und unterstützt werden.
Die hohe Zahl ziviler Opfer zeigt nach Ansicht der Organisationen, dass das humanitäre Völkerrecht in vielen Konflikten nicht eingehalten wird. Streumunition gilt wegen ihrer wahllosen Wirkung als besonders problematisch. Zahlreiche Staaten haben sich in einem internationalen Abkommen, der sogenannten Oslo-Konvention, verpflichtet, Streubomben zu ächten und zu vernichten. Russland und die Ukraine gehören dem Abkommen jedoch nicht an.
Die Organisationen kritisieren, dass die internationale Gemeinschaft bislang zu wenig unternehme, um den Einsatz von Streumunition zu verhindern. Sie appellieren an alle Konfliktparteien, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten und auf den Einsatz dieser Waffen zu verzichten. Die Räumung kontaminierter Gebiete sei dringend notwendig, um weitere Opfer zu verhindern.

