Alexander Zverev hat bei den US Open souverän das Viertelfinale erreicht und dabei einen deutschen Rekord eingestellt. Der 29-Jährige besiegte den Italiener Luciano Darderi in New York mit 6:2, 6:2, 7:6 (7:3) und präsentierte sich dabei erstmals in diesem Turnier durchgehend in Titelform. Mit dem Sieg zog Zverev in die Runde der letzten Acht ein und stellte mit seinem 22. Grand-Slam-Sieg der Saison den deutschen Rekord von Boris Becker aus dem Jahr 1989 ein.

Zverev, der bei den French Open 2025 seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen hatte, benötigte für den Erfolg gegen den Weltranglisten-22. Darderi 2:30 Stunden. Erstmals bei diesen US Open beendete der Hamburger sein Abendmatch vor Mitternacht – um 23.47 Uhr Ortszeit verwandelte er seinen Matchball. In seinen vorigen drei Partien bei diesem Turnier hatte sich das Spiel jeweils bis weit nach Mitternacht gezogen. Der Sieg gegen Darderi war zugleich der 22. Erfolg Zverevs bei einem Grand-Slam-Turnier in dieser Saison, womit er den deutschen Rekord von Boris Becker aus dem Jahr 1989 einstellte.

Zverev erwischte einen perfekten Start ins Achtelfinale. Mit nahezu makellosem Tennis dominierte er den Italiener, nahm ihm zweimal den Aufschlag ab und führte nach einer guten Viertelstunde mit 4:0. Darderi, der im Vorjahr die dritte Runde der US Open erreicht hatte, fand gegen den starken Aufschlag des Deutschen kaum Mittel. Drei Viertel von Zverevs ersten Aufschlägen fanden den Weg ins Ziel. Im zweiten Durchgang blieb Zverev von Beginn an dran und nahm seinem Gegner sofort wieder den Aufschlag ab. Frustriert drosch Darderi den Ball auf die Tribüne.

Erst im dritten Satz kam echte Gegenwehr auf. Darderi kämpfte sich in den Durchgang, gab nicht auf und feierte fast jeden Punktgewinn mit der geballten Faust. Zverev ließ sich jedoch nicht vom Erfolgsweg abbringen und setzte sich im Tie-Break nervenstark mit 7:3 durch. Der Sieg war auch eine Genugtuung für die Niederlage gegen Darderi beim Masters in Rom in dieser Saison, als Zverev trotz vier Matchbällen noch mit 0:6 im dritten Satz verloren hatte. Danach hatte er berichtet, krank gewesen zu sein.

Mit dem Einzug ins Viertelfinale setzt Zverev seine starke Saison fort: Halbfinale bei den Australian Open, der erste Grand-Slam-Titel bei den French Open, die Endspielniederlage in Wimbledon und nun das Viertelfinale bei den US Open. Erstmals überhaupt in seiner Karriere hat Zverev damit bei allen vier großen Turnieren eines Jahres die Runde der besten Acht erreicht. Im Viertelfinale trifft er nun auf Botic van de Zandschulp aus den Niederlanden. Der Weltranglisten-70. gewann nach großem Kampf gegen den Franzosen Arthur Gea in fünf Sätzen – es war das viertlängste Match der US-Open-Geschichte. Auch in der vorigen Runde war van de Zandschulp über die komplette Distanz gegangen und dürfte am Mittwoch entsprechend ausgelaugt sein. „Ich kann noch stehen“, sagte der Niederländer im Siegerinterview stöhnend.

Zverev geht als klarer Favorit in die Partie. Die potenziellen Halbfinalkontrahenten Karen Chatschanow aus Russland und der Belgier Alexander Blockx gelten ebenfalls als Außenseiter. Erst im Finale am Sonntag könnte mit Carlos Alcaraz ein großer Name warten. Zverev, der für seine ersten beiden Siege in diesem Turnier jeweils fünf Sätze und insgesamt neuneinhalb Stunden gebraucht hatte, präsentiert sich inzwischen bestens erholt und hat wichtige Kräfte für die weiteren Aufgaben gespart.

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Niklas Gerhardt

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Politischer Korrespondent

Niklas Gerhardt berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.