Die deutschen Basketballerinnen haben ihre Heim-Weltmeisterschaft mit einer deutlichen Niederlage begonnen. Das Team von Bundestrainer Olaf Lange unterlag am Freitag in Berlin dem Mitfavoriten Spanien mit 53:83 und zeigte dabei über weite Strecken eine von Nervosität geprägte Leistung. Vor ausverkaufter Kulisse in der Uber Arena geriet die DBB-Auswahl bereits im ersten Viertel zweistellig in Rückstand und fand bis zum Ende nie zu ihrem Spiel.

Schon zur Halbzeit lagen die Gastgeberinnen hoffnungslos mit 26 Punkten zurück. Nur sieben von 30 Würfen aus dem Feld fanden in den ersten zwanzig Minuten den Weg in den Korb. Defensiv war die deutsche Mannschaft gegen die routinierten Spanierinnen, die besonders aus der Distanz fast nach Belieben trafen, nicht konkurrenzfähig. Nach nur fünf Minuten hatten die Spanierinnen bereits 21 Punkte erzielt und nach dem ersten Viertel sechs erfolgreiche Dreier auf ihrem Konto.

Bundestrainer Lange versuchte seine verunsicherte Mannschaft in mehreren Auszeiten zu beruhigen, doch Spanien blieb in allen Belangen überlegen. Die große Kulisse und die hohen Erwartungen schienen die Gastgeberinnen zu hemmen statt zu beflügeln. Neben der Nervosität machte sich auch die holprige Vorbereitung bemerkbar: Die Spielerinnen aus der WNBA waren erst spät zur Mannschaft gestoßen, Leonie Fiebich stieß als Letzte erst am Wochenende zum Team. Zudem war lange unklar gewesen, ob Nyara Sabally nach wochenlanger Pause überhaupt dabei sein kann.

Leonie Fiebich war mit 13 Punkten die beste deutsche Werferin. „Man will natürlich enttäuscht sein, darf man aber nicht. Wir müssen sofort umschalten und uns auf morgen konzentrieren. Ab in die Eistonne und voller Fokus auf morgen“, sagte sie nach der Partie. Nyara Sabally fasste die Enttäuschung in einfache Worte: „Es war ein Scheiß-Spiel.“ Cheftrainer Lange blickte ebenfalls direkt nach vorne: „Morgen ist Japan, das ist ein ganz anderes Spiel. Wir müssen weiter nach vorne gucken und schauen, dass wir Zweiter werden.“

Bundeskanzler Friedrich Merz verfolgte die Partie in der Arena und zeigte sich trotz der Niederlage beeindruckt von der Stimmung. „Diese Stimmung wünsche ich mir fürs ganze Land, ich wünsche sie mir vor allem für die deutsche Olympia-Bewerbung. Das ist eine tolle Werbung. Deutschland kann was“, sagte der CDU-Chef in der Halbzeitpause bei Pro7. Nach dem Spiel schaute Merz wie geplant in der deutschen Kabine vorbei. Auch der neue Sportminister Ronald Rauhe war unter den 12.550 Zuschauern.

Für die deutsche Mannschaft geht es bereits am Samstag um 18.00 Uhr mit der Partie gegen Japan weiter, das seinen Auftakt gegen Mali mit 102:97 gewann. Dritter und letzter Gruppengegner ist am Montag Mali. Der Gruppensieg ist nach der klaren Auftaktpleite abgehakt. Der Gruppenerste schafft es direkt ins Viertelfinale, der Zweite und Dritte spielen in den Play-ins um die letzten Tickets für die Runde der besten Acht. Deutschland hatte sich eine Medaille zum Ziel gesetzt, was nach den Eindrücken aus dem Spanien-Spiel sehr schwer werden dürfte. Zudem muss das Team bei seiner erst zweiten WM-Teilnahme auf Topstar Satou Sabally verzichten, die wegen der Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung beim Turnier in ihrer Heimatstadt fehlt.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.