Die Nato hat die Darstellung Russlands zurückgewiesen, wonach das Militärbündnis die deutschen Erkenntnisse zu dem Sprengstoffdrohnenfund auf dem Flughafen Leipzig/Halle anzweifelt. Die Behauptung des russischen Geheimdienstes, die Nato habe keine Belege für eine russische Beteiligung an dem Drohnenvorfall in Leipzig gefunden, sei «absurd», sagte ein Sprecher des Bündnisses. Geheimdienstexperten der Nato seien wie die deutschen Ermittler zu dem Schluss gekommen, dass Russland hinter dem hybriden Angriff am 4. August stecke.
«Russland hat nachweislich immer wieder versucht, verbündete Staaten zu destabilisieren und uns davon abzubringen, die Ukraine zu unterstützen», fügte der Bündnissprecher hinzu. Das rücksichtslose Vorgehen Moskaus sei gefährlich. Man werde sich jedoch nicht davon abbringen lassen, die Ukraine weiter zu unterstützen.
Zuvor hatte das russische Außenministerium in einer über den Kurznachrichtendienst X verbreiteten Mitteilung unter Berufung auf den russischen Auslandsgeheimdienst erklärt, nach Geheimdiensterkenntnissen der Nato gebe es keine Beweise für eine russische Beteiligung an dem Leipziger Vorfall. Stattdessen deuteten die Erkenntnisse auf eine «ukrainische Verbindung» hin. Berlin mache Russland dennoch verantwortlich, um massive Ausgaben für die Militarisierung im Jahr 2027 zu rechtfertigen.
Die mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine vom Typ Antonow AN-124 entdeckt worden. Die Bundesregierung geht von einem russischen Anschlagsversuch aus. Der Vorfall hatte den Flugbetrieb am Airport Leipzig/Halle zeitweise beeinträchtigt und eine Debatte über die Sicherheit kritischer Infrastruktur ausgelöst.
Die Nato stärkt mit ihrer Klarstellung den deutschen Ermittlungsbehörden den Rücken. Der öffentliche Widerspruch des Bündnisses gegen die russische Darstellung unterstreicht, wie ernst die Allianz den Vorfall nimmt. Zugleich wird deutlich, dass Moskau nach Einschätzung der Nato weiterhin versucht, die Unterstützung des Westens für die Ukraine zu untergraben und Unsicherheit in den Mitgliedstaaten zu schüren.
Der Fund einer explosivstoffbeladenen Drohne auf einem internationalen Frachtflughafen in Deutschland ist ein schwerwiegender Vorgang. Er reiht sich ein in eine Serie hybrider Aktionen, die westlichen Staaten zugeschrieben werden. Die Nato und die Bundesregierung sehen darin einen Beleg für die anhaltende Bedrohung durch Russland. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und möglichen weiteren Beteiligten dauern an.

