Die deutschen Frauenfußballvereine erleben einen Rückschlag auf europäischer Bühne: Sowohl Eintracht Frankfurt als auch der VfL Wolfsburg haben die Qualifikation für die Champions League verpasst. Damit ist in der Ligaphase des Wettbewerbs in dieser Saison nur noch eine deutsche Mannschaft vertreten: der FC Bayern München.
Besonders dramatisch verlief das Aus für den VfL Wolfsburg bei Inter Mailand. Nach dem Hinspiel hatten sich die Niedersachsen noch Hoffnungen auf den Einzug in die Königsklasse gemacht, doch im Rückspiel scheiterten sie auf äußerst unglückliche Weise. Die Mannschaft von Trainer Tommy Stroot musste sich den Italienerinnen geschlagen geben und verpasste damit das Ticket für die europäische Eliteklasse. Stattdessen steigt der VfL in den Europapokal ab und muss sich nun mit dem zweitklassigen Wettbewerb begnügen.
Eintracht Frankfurt war bereits nach dem Hinspiel gegen Paris Saint-Germain in einer schwierigen Ausgangslage. Im Rückspiel kämpften sich die Hessinnen zunächst zurück und lagen nach 90 Minuten mit 1:1. In der Verlängerung brach die Mannschaft jedoch ein: Die Französinnen erzielten vier weitere Tore und stellten die Weichen endgültig auf ihren Einzug in die Gruppenphase. Für Frankfurt war die verpasste Qualifikation damit bereits früh absehbar, das deutliche Ergebnis in der Verlängerung fiel letztlich höher aus als erwartet.
Die beiden verpassten Qualifikationen sind ein herber Schlag für den deutschen Frauenfußball. In der Vergangenheit gehörten Wolfsburg und Frankfurt regelmäßig zu den festen Größen in der Champions League. Der VfL Wolfsburg hatte den Wettbewerb sogar zweimal gewonnen und stand mehrfach im Finale. Auch Eintracht Frankfurt blickt auf eine erfolgreiche europäische Historie zurück, wenngleich die letzten Erfolge länger zurückliegen.
Nun lastet die gesamte Hoffnung auf dem FC Bayern München. Die Münchnerinnen haben sich bereits für die Ligaphase qualifiziert und sind damit der einzige deutsche Vertreter in diesem Wettbewerb. Für die beiden gescheiterten Teams bleibt die Teilnahme am Europapokal als Trostpflaster. Dort haben sie die Möglichkeit, sich international zu präsentieren und wertvolle Erfahrungen zu sammeln, auch wenn der Reiz der Champions League ungleich größer ist.
Die Enttäuschung bei beiden Vereinen ist entsprechend groß. Die Verantwortlichen müssen nun analysieren, woran es in den entscheidenden Duellen gemangelt hat. Die Konkurrenz aus Frankreich und Italien hat in den vergangenen Jahren spürbar aufgeholt und investiert verstärkt in den Frauenfußball. Die deutschen Klubs stehen damit vor der Herausforderung, ihre Position im europäischen Vergleich zu verteidigen.

