Die Ukraine hat bei einem Treffen der EU-Außenminister in Irland neue Zusagen zur Unterstützung ihrer Luftverteidigung erhalten. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bestätigte nach den Beratungen in der Grafschaft Wicklow, dass mehrere Mitgliedstaaten Ankündigungen gemacht hätten, Luftverteidigungssysteme bereitzustellen. „Wir haben uns gefreut, heute Ankündigungen von Mitgliedstaaten zu hören, Luftverteidigung bereitzustellen“, sagte Kallas. Dies sei etwas, worum man seit langem gebeten habe.

Welche Länder die Zusagen machten und was sie konkret umfassen, wollte Kallas nicht verraten. Die Mitgliedstaaten, die entsprechende Ankündigungen gemacht hätten, würden diese selbst öffentlich bekanntgeben, sagte sie. „Aber für die Ukraine war es wichtig zu hören, dass es bei der Luftverteidigung tatsächlich Bewegung gibt.“ Die Äußerungen folgen auf monatelanges Drängen Kiews, das angesichts russischer Luftangriffe dringend neue Flugabwehrraketen benötigt.

Kallas hatte bereits am Vortag bei einem Verteidigungsministertreffen darauf hingewiesen, dass einige EU-Länder über Abfangraketen verfügten, deren Nutzungsdauer bald ablaufe. Es wäre deshalb gut, diese der Ukraine zu überlassen, die sie zum Schutz ihrer Bevölkerung vor russischen Luftangriffen einsetzen könne. Laut Diplomaten bezog sie sich damit vermutlich vor allem auf Griechenland.

Die Ukraine hatte ihren aktuellen Bedarf an Abfangraketen zuletzt mit rund 300 Stück angegeben. Ein länger anhaltender Mangel könnte besonders mit Blick auf russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Winter problematisch werden. Die russischen Streitkräfte hatten in den vergangenen Monaten wiederholt gezielt Stromnetze und Heizkraftwerke in der Ukraine attackiert, um die Bevölkerung in der kalten Jahreszeit unter Druck zu setzen.

Die neuen Zusagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine ihren Abwehrkampf gegen Russland fortsetzt und gleichzeitig um verlässliche militärische Unterstützung ihrer westlichen Partner wirbt. Die EU-Staaten ringen seit Monaten um eine gemeinsame Linie bei der Frage, wie weit sie bei der Militärhilfe für Kiew gehen wollen. Während einige Mitgliedstaaten eine Aufstockung der Lieferungen befürworten, zeigen sich andere zurückhaltend.

Die Ankündigungen in Irland sind ein Zeichen dafür, dass die Bemühungen um eine verstärkte Luftverteidigung für die Ukraine vorankommen. Details zu den konkreten Lieferungen und Zeitplänen bleiben jedoch offen. Beobachter werten die Entwicklung dennoch als wichtigen Schritt, um die Ukraine in die Lage zu versetzen, ihre Städte und kritische Infrastruktur besser vor russischen Angriffen zu schützen.

Nora Dietrich

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Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.