Eintracht Braunschweig sucht nach einer Lösung für seine Abwehrprobleme und hat sich dafür ungewöhnliche Unterstützung geholt. Vor dem wichtigen Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Samstag um 13.00 Uhr bat Trainer Lars Kornetka Spieler des American-Football-Teams der Braunschweig Lions sowie deren Trainer Brayden McCombs zum Training der Profifußballer. Die Gäste sollten den Zweitligaprofis Tipps für das richtige Abwehrverhalten geben.

Der Anlass ist ernst: In den vergangenen drei Pflichtspielen der 2. Fußball-Bundesliga und des DFB-Pokals hat Braunschweig insgesamt zwölf Gegentore kassiert. Beim 1:3 gegen den VfL Osnabrück, beim 3:5 gegen Hertha BSC und beim 2:4 gegen Union Berlin zeigte sich die Defensive wiederholt anfällig. Besonders auffällig: Allein vier dieser Gegentore fielen nach Eckbällen. Genau dort setzt die ungewöhnliche Trainingsmaßnahme an.

Kornetka erklärte, man habe das Glück gehabt, dass McCombs Zeit gefunden und von sich aus noch einige Spieler mitgebracht habe. «Wir haben uns mit denen beschäftigt und die haben uns ein bisschen gezeigt, wie sie so im sportlichen Alltag Dinge meistern. Davon haben wir versucht, uns ein bisschen etwas abzugucken», sagte der Trainer. Beim American Football gebe es Themen, die über das Taktische hinausgehen. Es gehe um Physis, um Einstellungen und um Aufmerksamkeit.

Die Braunschweig Lions sind mit zwölf Titeln Rekordmeister in der German Football League und gelten damit als ausgewiesene Experten für körperbetontes Spiel und konsequentes Defensivverhalten. Kornetka hofft, dass die Profifußballer von deren Alltag lernen können. «Das ist schon ein Thema, das wir vielleicht mitnehmen können: Da zu sein, wenn es darauf ankommt», sagte er. Das spiele vielleicht auch manchmal bei Standardsituationen eine Rolle.

Die Maßnahme ist bemerkenswert, weil sie über den üblichen Trainingsalltag im Profifußball hinausgeht. Statt nur taktische Abläufe auf dem Platz zu wiederholen, sollen die Spieler mentale und körperliche Grundlagen mitnehmen, die im American Football täglich trainiert werden. Kornetka betonte, dass es dabei nicht nur um Taktik gehe, sondern auch um die Fähigkeit, in entscheidenden Momenten präsent zu sein.

Für Braunschweig steht am Samstag ein wichtiges Heimspiel an. Gegen Dynamo Dresden soll die Defensive stabiler stehen als zuletzt. Die Partie wird um 13.00 Uhr angepfiffen und ist für die Niedersachsen eine Gelegenheit, die zuletzt offenbarten Schwächen abzustellen. Ob die Tipps der Footballspieler unmittelbar Wirkung zeigen, wird sich auf dem Platz erweisen.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Braunschweiger Teams ist auch ein Beispiel dafür, wie Sportarten voneinander lernen können. Während die Lions ihre Erfahrung aus dem American Football einbringen, versucht der Fußball-Zweitligist, daraus konkrete Ansätze für die Abwehrarbeit zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich Standardsituationen besser verteidigen lassen, nachdem Braunschweig in diesem Bereich zuletzt besonders anfällig war.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.