US-Präsident Donald Trump hat die Gedenkfeier zum 11. September am Pentagon genutzt, um den anhaltenden Konflikt mit dem Iran zu rechtfertigen. «Das ist, warum wir heute kämpfen», sagte Trump nach Angaben aus seinem Umfeld. Der Iran werde «niemals eine Atomwaffe besitzen», betonte der Präsident. Damit verknüpft er den Terroranschlag von 2001 mit der aktuellen Auseinandersetzung im Nahen Osten.
Die Gedenkveranstaltung am Pentagon fand am Jahrestag der Anschläge statt. Trump nutzte die Bühne, um seine Politik gegenüber Teheran zu verteidigen. Die Äußerung fiel in eine Phase erhöhter Spannungen zwischen Washington und dem Iran. Der Präsident machte deutlich, dass er die militärische Auseinandersetzung als direkte Konsequenz der Bedrohung durch den Iran versteht.
Unabhängig von der Rede am Pentagon gedachten an Ground Zero in New York Vizepräsident J. D. Vance sowie die früheren Präsidenten Joe Biden, Barack Obama und George W. Bush der Opfer. Das gemeinsame Gedenken an der Stätte der eingestürzten Türme des World Trade Centers unterstrich die überparteiliche Bedeutung des Jahrestags. Die Anwesenheit so vieler ehemaliger Amtsträger verlieh der Zeremonie ein besonderes Gewicht.
Der 11. September 2001 gilt als Zäsur in der amerikanischen Geschichte. Damals hatten Terroristen zwei Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York gesteuert, ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon, ein viertes stürzte in Pennsylvania ab. Hunderte Menschen starben unter den Trümmern der eingestürzten Türme. Der damalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, ließ Teile Manhattans evakuieren. In Deutschland sicherte Bundeskanzler Gerhard Schröder den USA Solidarität zu.
Die Gedenkfeiern in diesem Jahr fallen in eine angespannte innenpolitische Lage. Trump äußerte sich auch zu den bevorstehenden Midterms. Er forderte seine Anhänger auf: «Tut so, als stünde ich auf dem Wahlzettel.» Damit will er offenbar die Mobilisierung für die Zwischenwahlen im November erhöhen, auch wenn sein Name nicht auf den Stimmzetteln steht.
Wirtschaftlich sorgt derweil der Dieselpreis für Aufsehen. In den USA kostet Diesel erstmals sechs Dollar pro Gallone. Der Rekordwert dürfte die Inflation weiter anheizen und die Transportkosten erhöhen. Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die Energiepreise weltweit unter Druck stehen.
Die Kombination aus Gedenken, außenpolitischer Rechtfertigung und innenpolitischer Mobilisierung zeigt, wie sehr der 11. September auch 24 Jahre nach den Anschlägen die amerikanische Politik prägt. Trump verbindet das historische Ereignis mit aktuellen Konflikten und nutzt es zur Legitimation seiner Sicherheitspolitik. Die Gedenkfeiern an Ground Zero und am Pentagon bleiben zentrale Orte der nationalen Erinnerung.

