Bundeskanzler Friedrich Merz treibt den Umbau der Regierungszentrale weiter voran. Nach acht Personalwechseln auf politischer Ebene in Regierung, Partei und Bundestagsfraktion stellt der CDU-Vorsitzende nun auch den personellen Unterbau im Kanzleramt neu auf. Die Juristin Christina Ramb wird neue Abteilungsleiterin für Soziales, Gesundheit, Arbeit, Umwelt und Gesellschaftspolitik. Ein Regierungssprecher bestätigte die Personalentscheidung.

Ramb kommt von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), wo sie seit knapp sechs Jahren der Hauptgeschäftsführung angehört. Zuvor arbeitete sie von 2018 bis 2020 als Abteilungsleiterin für Arbeit im nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium. Sie folgt auf Gesa Miehe-Nordmeyer, die zum 1. September nach fast acht Jahren in den einstweiligen Ruhestand versetzt wird.

Merz dankte der scheidenden Beamtin für ihren Einsatz und hob ihre Arbeit als Unterhändlerin bei den G7- und G20-Gipfeln hervor. Miehe-Nordmeyer hatte die Bundesregierung bei internationalen Verhandlungen vertreten und gehörte über einen langen Zeitraum zur Führungsebene des Kanzleramts. Mit Christina Ramb übernimmt nun eine Juristin die Abteilung, die sowohl Verbands- als auch Ministerialerfahrung mitbringt.

Die Abteilungsleiter im Kanzleramt sind unterhalb der politischen Ebene angesiedelt und fungieren als fachliche Berater des Kanzlers. Insgesamt gibt es sieben dieser Positionen. Der Wechsel an der Abteilungsspitze zeigt, dass der personelle Umbau in der Regierungszentrale nicht auf die politischen Ämter begrenzt bleibt, sondern auch die Arbeitsebene erfasst, auf der die fachliche Beratung des Kanzlers organisiert ist.

Merz hatte die Personalrochade vor knapp zwei Wochen nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn eingeleitet. Seither sind mehrere Spitzenposten neu besetzt worden. Die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken hat Thorsten Frei als Kanzleramtschef abgelöst. Frei wurde am Mittwoch zum Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag gewählt. Damit ist zugleich die Führung der Unionsfraktion neu geordnet.

Auch im Kanzleramt selbst gab es weitere Veränderungen: Die bisherige Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein wechselte als Parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium. Für ihren früheren Posten ist bislang keine Nachfolgelösung bekannt. Die Entscheidung für Christina Ramb setzt die Serie der Personalwechsel fort und reicht tiefer als die bisherigen Neubesetzungen, weil erstmals auch die Abteilungsleiterebene im Kanzleramt betroffen ist.

Die BDA ist die Spitzenorganisation der privaten Arbeitgeber in Deutschland. Ramb gehörte dort mehrere Jahre der Hauptgeschäftsführung an und war in die Entwicklung arbeits- und sozialpolitischer Positionen eingebunden. In ihrer neuen Funktion im Kanzleramt wird sie den Kanzler in jenen Feldern beraten, die sie zuvor von der Arbeitgeberseite aus begleitet hat. Zugleich bringt sie aus ihrer Zeit im nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium Erfahrung mit der Verwaltungspraxis in den Ländern mit.

Das Aufgabenspektrum der Abteilung reicht von der Arbeitsmarkt- über die Gesundheits- bis zur Umwelt- und Gesellschaftspolitik. Die Regierungszentrale bündelt in dieser Einheit die fachliche Beratung des Kanzlers für ein breites Politikfeld. Die Neubesetzung an der Spitze wirkt damit über den reinen Personalwechsel hinaus. Sie bestimmt mit, wie die Positionen der Bundesregierung in diesen Bereichen entwickelt und vertreten werden.

Mit der neuen Abteilungsleiterin fließt damit Verbandserfahrung unmittelbar in die fachliche Beratung der Regierungszentrale ein. Der Umbau der Regierungszentrale ist mit dieser Entscheidung nicht beendet. Für die bisherige Sport-Staatsministerin im Kanzleramt steht die Nachfolge weiterhin aus. Die Personalplanung von Friedrich Merz erfasst damit inzwischen alle Ebenen: Kabinett, Fraktionsspitze, Kanzleramt und nun auch den fachlichen Unterbau.