Die Deutsche Börse hat ein neues Modell gestartet, das Anlegern den Handel mit Dax-Aktien rund um die Uhr ermöglicht. Bisher endet der Aktienhandel an der Frankfurter Börse spätabends. Deutschlands größter Börsenbetreiber reagiert mit dem Vorstoß auf eine Entwicklung, die an der Wall Street bereits zu beobachten ist, und verschafft Anlegern damit Zugang zum Markt außerhalb der bisherigen Handelszeiten.
Der Frankfurter Börsenbetreiber orientiert sich damit am Vorbild der USA. An der Wall Street wird der Handel seit einiger Zeit ausgeweitet, während Anleger in Europa bislang oft nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, außerhalb der regulären Zeiten auf Nachrichten zu reagieren. Das neue Angebot soll diese Lücke verkleinern und sowohl Privatanlegern als auch institutionellen Investoren mehr Flexibilität verschaffen. Gerade wenn abends oder nachts wichtige Meldungen erscheinen, können Kurse so früher reagieren als bisher.
Ausgangspunkt der Entscheidung ist die Nachfrage der Anleger. Nach Angaben des Unternehmens ist eine Ausweitung des Angebots denkbar, falls genug Interesse besteht. Ob und in welchem Umfang das Handelsangebot künftig wächst, dürfte sich daher an der Resonanz des Marktes entscheiden. Wie stark das Modell genutzt wird und ob sich ein tragfähiges Handelsvolumen außerhalb der klassischen Börsenzeiten entwickelt, wird also erst die Praxis zeigen.
Für Sparerinnen und Sparer sowie Anleger in der Region Waldshut und Südbaden, die Aktien aus dem Dax halten oder den Markt verfolgen, bedeutet die Neuerung eine Veränderung im Alltag: Sie können künftig auch dann handeln, wenn die klassischen Börsenzeiten längst vorüber sind. Zugleich zeigt der Schritt, wie sehr sich der Wettbewerb unter den Börsenplätzen an internationalen Vorbildern ausrichtet. Die Deutsche Börse setzt damit ein Signal, dass sie mit den großen Handelsplätzen jenseits des Atlantiks Schritt halten will.
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