Christine Lagarde verlässt die Europäische Zentralbank vorzeitig. Die Präsidentin der EZB wird im Februar ihr Amt niederlegen, und der Abschied fällt in eine Zeit, in der sich ihre Amtszeit in einer Gesamtschau betrachten lässt. Eine Bilanz, wie sie in der Wirtschaftsberichterstattung nun gezogen wird, kommt zu dem Ergebnis, dass ihre Leistung von Licht und Schatten geprägt war.
Der frühe Wechsel an der Spitze der Notenbank markiert einen Einschnitt. Die Leitung der EZB gehört zu den wichtigsten wirtschaftspolitischen Ämtern in Europa, denn von ihr hängen die Zinsentscheidungen für den Euro-Raum ab. Entsprechend aufmerksam wird jede Phase des Übergangs beobachtet, zumal Lagarde ihre Position nicht bis zum regulären Ende ihrer Amtszeit ausübt.
Die Bewertung ihrer Arbeit an der Spitze der Zentralbank stellt die Erfolge und die Schwächen gegenüber einander. Dabei zeigt sich, dass sich ihre Amtszeit nicht eindeutig als Erfolg oder als Misserfolg einordnen lässt. Die Bilanz ist vielmehr ambivalent, und genau diese Doppelbödigkeit prägt den Blick auf ihre Jahre im Amt.
Offen bleibt, welche konkreten geldpolitischen Entscheidungen in dieser Bilanz besonders ins Gewicht fallen. Die vorliegenden Angaben erlauben keine verlässliche Einzelbewertung einzelner Maßnahmen, weshalb sich eine detaillierte Gewichtung an dieser Stelle verbietet. Ebenso fehlen belastbare Angaben darüber, welche Gründe zu dem vorzeitigen Abschied geführt haben.
Auch zur Nachfolge und zum genauen Ablauf des Übergangs liegen nur wenige gesicherte Informationen vor. Bekannt ist allein der Zeitpunkt des Februar, zu dem Lagarde ausscheidet. Weitere Details zum Verfahren oder zu möglichen Kandidaten sind in den vorliegenden Angaben nicht enthalten und werden daher nicht bewertet.
Die Diskussion um die Amtszeit einer der prominentesten Notenbankerinnen Europas dürfte mit dem Wechsel nicht enden. Eine abschließende Würdigung wird sich erst mit größerem zeitlichem Abstand und auf Grundlage vollständiger Informationen zu den einzelnen Entscheidungen seriös treffen lassen.
Quelle: faz.net
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