Die Fluggesellschaft Condor und die Gewerkschaft Ufo haben sich auf neue Regeln für das Kabinenpersonal geeinigt. Die Vereinbarung betrifft den allgemeinen Rahmentarifvertrag für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Für Fluggäste bedeutet das vorerst Ruhe: Über zwei Jahre hinweg sind keine Streiks der Kabinencrew zu erwarten. Beide Seiten haben die Einigung bestätigt.

Im Mittelpunkt der Regelung steht die Arbeitszeit der Crew. Nach Angaben der Gewerkschaft wurden mehr planbare Freizeitblöcke vereinbart. Ufo-Vorstandsmitglied Mohammad Sotoudeh verweist darauf, dass die Beschäftigten damit zusätzliche freie Tage gewonnen haben. Hinzu kommen verlässlichere freie Tage und klarere Vorgaben zur Arbeitsbelastung. Für das Personal soll das vor allem bedeuten, dass sich Dienstpläne besser vorhersehen lassen und die Belastung im Alltag transparenter geregelt ist.

Die Gehälter des Kabinenpersonals sind von der Vereinbarung nicht berührt. Sie stehen bis Ende 2028 nicht zur Verhandlung. Damit schafft Condor für die kommenden Jahre einen dauerhaften Arbeitsfrieden, der zeitlich deutlich über die aktuelle Lage hinausgeht. Für das Unternehmen bedeutet die Vereinbarung zugleich Planungssicherheit, denn Arbeitsniederlegungen des Bordpersonals sind über den genannten Zeitraum nicht zu erwarten.

Die Einigung folgt auf einen früheren Gehaltsabschluss mit den Piloten der Gesellschaft. Condor hat damit sowohl im Cockpit als auch in der Kabine Regelungen getroffen, die den Betrieb über längere Zeit absichern sollen. Die Abfolge zeigt, dass die Fluggesellschaft die Tarifthemen für ihre Beschäftigtengruppen nacheinander abgeschlossen hat, bevor die nächsten Verhandlungsrunden anstehen.

Im Vergleich dazu steht die Lufthansa-Gruppe deutlich unter Druck. Dort hatten die Pilotengewerkschaft Cockpit und die Ufo in mehreren Streikrunden die Arbeit niedergelegt. Ein früheres Schlichtungsverfahren zu einzelnen Streitpunkten bei der Lufthansa blieb ohne Ergebnis. Der Konflikt zieht sich dort deshalb weiter hin, während Condor den Arbeitsfrieden früher erreicht. Für Reisende, die auf Verbindungen beider Anbieter angewiesen sind, ist dieser Unterschied im Alltag spürbar, weil Streiks bei der Lufthansa bereits wiederholt Flugausfälle verursacht haben.

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Nora Dietrich

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Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.