Die USA haben einer Kerndelegation des Iran die Einreise nach New York zur hochrangigen Woche der UN-Generalversammlung genehmigt. Das bestätigte das US-Außenministerium. Die Reise ist jedoch an strenge Auflagen gebunden, die über die üblichen diplomatischen Beschränkungen hinausgehen. So dürfen die Vertreter Teherans keine Luxusgüter und andere teure Waren in den Vereinigten Staaten erwerben.

Zu den Beschränkungen zählt ein seit 2025 geltendes Verbot, bestimmte hochpreisige Produkte nur mit vorheriger Genehmigung des Außenministeriums zu kaufen. Dazu zählen Lederwaren, Uhren, Schmuck, Schuhe, Kosmetik, Parfüm oder Elektronik im Wert von mehr als 1.000 Dollar pro Gegenstand. Auch Mitgliedschaften und Einkäufe bei Großhandelsketten wie Costco, Sam’s Club oder BJ’s sind genehmigungspflichtig. Teure Autos und Alkohol unterliegen ebenfalls dem Shoppingverbot. Der Delegation sollen nach Angaben aus Washington auch Staatspräsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Aragtschi angehören. Das Außenministerium teilte zudem mit, die Delegation falle kleiner aus als im vergangenen Jahr. Konkrete Angaben zur Größe oder zu weiteren Reisebeschränkungen machte es nicht.

Die Entscheidung fällt in eine Phase des andauernden Konflikts zwischen dem Iran, den USA und Israel, der seit dem 28. Februar andauert und nun fast sieben Monate währt. Die USA und Israel hatten den Krieg gemeinsam begonnen, der Iran reagierte mit Gegenangriffen in der Region. Die wirtschaftliche Lage im Iran ist angespannt: Die Inflation schnellte zuletzt auf 88 Prozent, Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel sind für viele Menschen kaum noch erschwinglich. Die terroristischen Revolutionsgarden (IRGC) kontrollieren nach Einschätzung von Experten mehr als die Hälfte der iranischen Wirtschaft, darunter die einträgliche Ölindustrie. Die daraus abgeschöpften Gewinne verteilt die Organisation hauptsächlich unter ihren Mitgliedern, um deren Loyalität zu sichern. Vom Volk sehen die Milliarden aus den fossilen Reichtümern des Landes so gut wie nichts.

Kritik an der Doppelmoral der Elite wird auch international laut. Kasra Aarabi, Leiter der IRGC-Forschungsabteilung am Middle East Institute in Washington, D.C., erklärte gegenüber Fox News: «Das islamistische Regime im Iran ist bis ins Mark korrupt.» Während die Geistlichen und IRGC-Kommandeure die iranische Gesellschaft gewaltsam islamisierten und weltweit Anti-Amerikanismus verbreiteten, führten ihre Söhne und Töchter in westlichen Hauptstädten einen verschwenderischen Lebensstil auf Kosten von Blutgeld. Viele dieser Kinder studieren an Eliteuniversitäten im Ausland, konsumieren westliche Luxusgüter und nehmen es mit den strengen Religionsvorschriften im Iran nicht so genau. Die Wut auf diese «Aghazadehs», wie die Sprösslinge der Elite genannt werden, ist in der Bevölkerung groß. Obwohl die Zustimmung zum Regime laut einem Bericht des «Wall Street Journal» zuletzt nur noch rund 20 Prozent betragen haben soll, halten die Revolutionswächter die Macht durch ein Patronage- und Pfründesystem fest in der Hand. Dieses bindet den schiitischen Klerus, Paramilitärs wie die Basidsch-Miliz und Teile der sympathisierenden Zivilbevölkerung ein. Loyalität lohnt sich für die Unterstützer und ermöglicht vielen einen westlichen Lebenswandel.

Die Reisen nach New York zu den UN-Generalversammlungen boten den iranischen Diplomaten in den vergangenen Jahren stets Gelegenheit zu ausgedehnten Shoppingtouren. Damit soll nun Schluss sein. Die USA sind als Gastgeberland der Vereinten Nationen laut UN-Angaben grundsätzlich verpflichtet, Delegationen den Zugang zu ermöglichen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas jedoch wurde Berichten zufolge in diesem Jahr erneut eine Einreisegenehmigung verweigert. In New York beginnt am kommenden Dienstag die UN-Generaldebatte, zu der Vertreter aus rund 140 Staaten erwartet werden. Neben US-Präsident Donald Trump werden auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa in New York erwartet.

Nora Dietrich

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Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.