Die TSG Hoffenheim ist mit einer empfindlichen Niederlage in die Europa League gestartet. Beim griechischen Außenseiter OFI Kreta verlor das Team von Trainer Christian Ilzer am ersten von acht Gruppenspieltagen mit 0:2 (0:1). Vor gut 20.000 Zuschauern in Heraklion trafen Aitor Cantalapiedra in der 30. Minute und der eingewechselte Georgios Kanellopoulos in der 84. Minute für die Gastgeber.
Die Niederlage wiegt besonders schwer, weil OFI Kreta im Vorfeld nicht zu den stärksten Gegnern der Gruppe gezählt wurde. Hoffenheim hatte die Rückkehr nach Europa herbeigesehnt und war in der Bundesliga zuletzt gegen Königsklassen-Teams wie Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart stark aufgetreten. Auf internationaler Bühne zeigte die Mannschaft nun eine ganz andere Leistung und wirkte über weite Strecken lethargisch.
Dabei begann die Partie zunächst nach Plan. Hoffenheim dominierte früh den Ball und erspielte sich die erste große Chance, als Ozan Kabak nach 15 Minuten per Kopf zum Abschluss kam. Torhüter Nikos Christogeorgos parierte jedoch. Patrick Wimmer, der wie Youngster Nathan de Cat in die Startelf rotierte, hatte die Flanke zuvor geschlagen. Bambasé Conté, von Bundestrainer Jürgen Klopp für die DFB-Elf nominiert, saß zunächst nur auf der Bank.
In der 30. Minute dann der Schock: Albian Hajdari ließ sich von Kenan Kodro übertölpeln, der Angreifer legte uneigennützig auf Aitor Cantalapiedra quer, und der Offensivspieler schob zum 1:0 ein. Torhüter Oliver Baumann, der nicht zum deutschen XXL-Aufgebot von mehr als 40 Spielern gehört, war machtlos. Zuvor hatte er in den ersten 30 Minuten kaum etwas zu tun gehabt.
Auch nach dem Rückstand fand Hoffenheim kaum Mittel gegen kompakt stehende Kreter. Zwar spielten die Gäste Pass um Pass, wirklich zwingend wurden sie aber selten. Stattdessen hätte Taxiarchis Fountas in der 53. Minute nach präziser Hereingabe beinahe das 2:0 für den Außenseiter erzielt. Ilzer reagierte zur Halbzeit mit der Einwechslung von Innenverteidiger Koki Machida, nach einer Stunde kamen Conté und Routinier Andrej Kramaric. Später brachte der Trainer mit Adam Daghim und Fisnik Asllani weitere Offensivspieler.
Hoffenheim schnürte den Gegner in dessen Hälfte und teilweise im eigenen Strafraum ein, doch der Ausgleich wollte nicht fallen. Stattdessen machte Joker Kanellopoulos in der Schlussphase alles klar. Für die TSG ist es ein herber Rückschlag zum Auftakt, zumal in dieser Saison noch Reisen nach London zu Crystal Palace, nach Brüssel zum RSC Anderlecht und erneut nach Griechenland zu Olympiakos Piräus warten.
Geschäftsführer Andreas Schicker hatte vor der Partie gewarnt: «Zu weit wollen wir nicht nach vorne schauen. Kreta wird auch ein hartes Stück Arbeit.» Der Gegner hatte nicht nur am vergangenen Wochenende in Piräus gewonnen, sondern in der vergangenen Saison den griechischen Pokal und anschließend den Supercup gegen Champions-League-Teilnehmer AEK Athen geholt. Die Niederlage auf Kreta ist für Hoffenheim daher ein Dämpfer, der die Ausgangslage in der Gruppenphase deutlich erschwert.

