Russische Militärflugzeuge sind nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in die Luftverteidigungszone des Landes eingedrungen. Als Reaktion habe die Luftwaffe Kampfjets losgeschickt, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Der südkoreanische Luftraum selbst sei nicht verletzt worden.

Die Luftverteidigungszone eines Landes ist größer als sein Luftraum und bezeichnet die Zone, in der aus Gründen der militärischen Luftverteidigung durchquerende Flugzeuge überwacht werden. Der genaue Verlauf der Route der russischen Maschinen und die Zahl der beteiligten Flugzeuge wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen sowie seinen Verbündeten in Asien sind in den vergangenen Monaten weiter gestiegen. Russland hatte zuletzt wiederholt Drohungen gegen Länder ausgesprochen, die die Ukraine militärisch unterstützen.

Unterdessen hat der Außenbeauftragte des Vatikans, Erzbischof Paul Richard Gallagher, bei einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Moskau ein Ende des Kriegs gefordert. „Es muss klar sein: Dieser Krieg muss enden“, sagte Gallagher. Er beklagte die jüngste Ausweitung der Gewalt sowie immer mehr getötete Zivilisten. Der Heilige Stuhl verfolge das mit tiefer Besorgnis und bestehe auf die Einhaltung des Völkerrechts. Es brauche so schnell wie möglich Frieden.

Gallagher betonte, der Konflikt sei militärisch nicht zu lösen, sondern nur auf politisch-diplomatischem Weg. Er forderte die Aufnahme „echter Verhandlungen“ mit internationaler Unterstützung und erklärte, Papst Leo XIV. und der Vatikan seien bereit, ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Je länger der Konflikt dauere, desto schwieriger werde es, zu einer Lösung und Aussöhnung zu kommen. Das Leiden von Millionen müsse aufhören.

Lawrow sagte nach dem Treffen, Moskau sei bereit, politische Konsultationen auf Ebene der Vizeaußenminister wieder aufzunehmen. Die Position des Vatikans zum Ukraine-Konflikt lobte er als ausgewogen. Gallagher, der oft als Außenminister des Vatikans bezeichnet wird, hatte Russland zuletzt im Herbst 2021 besucht. Die Ukraine hat der gebürtige Brite auch schon mehrfach besucht, zuletzt in diesem Sommer.

Russische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Schwarzen Meer ein Frachtschiff und einen Tanker angegriffen. Dies meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zudem hat Russland einen ukrainischen Grenzübergang zu Moldau angegriffen und schwer beschädigt. Der Auto-Kontrollpunkt Vynohradivka wurde offenbar mit Shahed-Drohnen getroffen, berichtete der ukrainische Grenzschutz. Der Grenzverkehr ist an dieser Stelle gesperrt, Moldau wurde informiert. Bereits in der vergangenen Woche war ein Grenzübergang zwischen der Ukraine und Moldau angegriffen worden.

Nach einem Drohnenangriff in der südrussischen Region Krasnodar ist eine Ölraffinerie in Brand geraten. Durch herabfallende Trümmerteile seien zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, teilte Regionalgouverneur Wenjamin Kondratjew mit. Die Raffinerie ist eine der größten Erdölverarbeitungsanlagen in Südrussland und verarbeitet jährlich rund 6,25 Millionen Tonnen Rohöl. Bereits in der Vergangenheit hatte die Ukraine die Anlage angegriffen.

Die westlichen Unterstützer der Ukraine zeigten sich unterdessen unbeeindruckt von anhaltenden Drohungen Russlands. Die Ukraine müsse „in ihrem Kampf zur Verteidigung ihrer Souveränität, Freiheit und territorialen Unversehrtheit“ weiter unterstützt werden, teilten Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Andy Burnham nach einer Videoschalte der sogenannten „Koalition der Willigen“ mit. Man sei entschlossen, die militärische Unterstützung zu erhöhen, besonders die Flugabwehr zu stärken und Technologien zu teilen.

Die Regierung in London genehmigte den Antrag der Ukraine für den Bau von weitreichenden Marschflugkörpern mit britischer „Storm Shadow“-Technologie. Kremlsprecher Dmitri Peskow warf London vor, mit den Plänen „methodisch und regelmäßig Öl ins Feuer“ des Kriegs zu gießen. Russland drohte mit „einer Zerstörung der entsprechenden Objekte“. Burnham bezeichnete die russischen Drohungen als „unerhört“.

Nora Dietrich

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Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.