Heftige Sturzfluten und Schlammlawinen haben in Nepal eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nach Angaben der Behörden kamen mindestens 95 Menschen ums Leben, Hunderte gelten weiterhin als vermisst. Unter den Vermissten befinden sich zahlreiche Touristen, unter anderem aus Deutschland, den USA und Spanien. Die Rettungskräfte kämpfen in der Himalaya-Region nahe der Grenze zu Tibet gegen die Zeit, um Überlebende zu finden.

Überwachungsvideos zeigen den Moment, in dem eine gewaltige Schlammlawine einen Grenzübergang zu China unter sich begräbt. Die Bilder dokumentieren die Wucht der Naturgewalt, die innerhalb kürzester Zeit ganze Dörfer weggespült hat. Die Region ist bei Trekkingtouristen und Bergsteigern äußerst beliebt, was die hohe Zahl ausländischer Vermisster erklärt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Opferzahl noch steigen könnte, da viele abgelegene Täler weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Die genaue Zahl der Todesopfer schwankt je nach Quelle: Während einige Berichte von mindestens 95 Toten sprechen, melden andere zunächst 22 oder 20 bestätigte Todesfälle. Einig sind sich alle Berichte darüber, dass fast 400 Menschen als vermisst gelten. Die Such- und Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig, da weite Teile der Infrastruktur zerstört sind und der Zugang zu den betroffenen Gebieten nur langsam möglich ist. Auch im benachbarten Tibet soll es zahlreiche Opfer geben, wie erste Meldungen aus der Region nahelegen.

Die Sturzflut ereignete sich in einer geologisch sensiblen Zone des Himalayas, wo Monsunregen immer wieder zu Erdrutschen und Überschwemmungen führen. Die Behörden haben in den betroffenen Distrikten den Notstand ausgerufen und internationale Hilfsorganisationen um Unterstützung gebeten. Für die Angehörigen der Vermissten wurden Hotlines eingerichtet, während die Botschaften der betroffenen Länder mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten, um Informationen über den Verbleib ihrer Staatsbürger zu erhalten.

Die Rettungsteams konzentrieren sich zunächst auf die am dichtesten besiedelten Täler, in denen die meisten Menschen vermutet werden. Gleichzeitig warnen Meteorologen vor weiteren starken Regenfällen in den kommenden Tagen, was die Rettungsarbeiten zusätzlich erschweren könnte. Die nepalesische Regierung hat angekündigt, die betroffenen Familien finanziell zu unterstützen und den Wiederaufbau der zerstörten Dörfer zu koordinieren. Die internationale Gemeinschaft hat ihre Anteilnahme bekundet und Hilfe zugesagt.

Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.