Prinz Harry und sechs weitere prominente Kläger haben ihren Zivilprozess gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung „Daily Mail“ verloren. Das Gericht verpflichtete die Gruppe, die Prozesskosten zu übernehmen – mindestens elf Millionen Euro, wie mehrere britische Medien übereinstimmend berichten.

Die Kläger hatten dem Verlag vorgeworfen, Journalisten hätten sie in der Vergangenheit mutmaßlich bespitzelt. Die Vorwürfe reichten von illegalen Informationsbeschaffungen bis hin zu Eingriffen in die Privatsphäre. Der Verlag wies die Anschuldigungen zurück, das Gericht folgte dieser Argumentation und wies die Klage ab.

Für Prinz Harry ist es bereits die dritte juristische Niederlage gegen ein britisches Verlagshaus. Zuvor hatte er bereits Verfahren gegen andere Medienunternehmen angestrengt, die ebenfalls nicht zu seinen Gunsten ausgingen. Die nun anfallenden Kosten kommen zu den bereits hohen Ausgaben für frühere Rechtsstreitigkeiten hinzu.

Neben Prinz Harry gehören zu den Klägern unter anderem der Musiker Elton John sowie weitere Persönlichkeiten aus Öffentlichkeit und Kultur. Sie alle müssen sich nun an den Anwalts- und Gerichtskosten des Verfahrens beteiligen. Die genaue Aufteilung der Summe auf die einzelnen Kläger wurde nicht bekannt gegeben.

Der Fall hatte in Großbritannien für Aufsehen gesorgt, da er erneut die Frage nach der Balance zwischen Pressefreiheit und Persönlichkeitsrechten aufwarf. Die Kläger argumentierten, dass die Methoden einzelner Journalisten rechtswidrig gewesen seien. Der Verlag hingegen betonte, dass die Berichterstattung im öffentlichen Interesse gestanden habe und die Vorwürfe nicht belegbar seien.

Das Urteil gilt als richtungsweisend für ähnliche Verfahren, die in Großbritannien gegen Medienhäuser geführt werden. Beobachter rechnen damit, dass die Entscheidung auch künftige Klagen von Prominenten gegen Zeitungsverlage beeinflussen könnte. Die Höhe der zu zahlenden Summe könnte zudem abschreckend wirken, da Prozesse dieser Art mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden sind.

Prinz Harry hat in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, weiter gegen mutmaßliches Fehlverhalten von Medien vorzugehen. Ob er nach dieser Niederlage weitere rechtliche Schritte plant, ist bislang nicht bekannt. Der Verlag der „Daily Mail“ äußerte sich bislang nicht öffentlich zu dem Urteil.

Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.