Melania Trump hat zu einer dauerhaften Waffenruhe im Ukraine-Krieg aufgerufen. Als Beispiel für eine funktionierende Vereinbarung verwies die Ehefrau des US-Präsidenten auf die Feuerpause im südukrainischen Oleschky, die sechs Tage lang eingehalten wurde. Sie gilt als die bislang längste Waffenruhe seit Beginn des Krieges. Die Vereinbarung war im Oktober vermittelt worden, um humanitäre Hilfe in das russisch besetzte Oleschky zu bringen. Sie lief am Dienstag an und endete am Sonntag, ohne dass sie fortgesetzt wurde.

Donald Trump hatte sich für diese Feuerpause eingesetzt. Seit seiner Rückkehr ins Amt im Januar 2025 verfolgt er das Ziel, den Konflikt auf diplomatischem Weg beizulegen. Dass der Waffenstillstand nach sechs Tagen auslief, dämpft die Hoffnungen auf einen weiteren Schritt, bleibt für Befürworter einer Verhandlungslösung jedoch ein Anhaltspunkt. Melania Trump betonte, dass selbst eine zeitlich begrenzte Ruhe den Menschen Schutz bieten könne, und warb dafür, aus dem Beispiel eine dauerhafte Lösung zu entwickeln.

Am Donnerstag fand in Washington eine Veranstaltung statt, an der Unterhändler aus Russland und der Ukraine teilnahmen. Für Moskau war der außenpolitische Berater des Kremls Kirill Dmitrijew anwesend, für Kiew der Verhandlungsführer David Arachamia. Dmitrijew sprach im Weißen Haus, was Berichten zufolge erstmals für einen Gesandten des Kremls der Fall war. Dass ein Vertreter Moskaus in dieser Form auftrat, wurde daher als bemerkenswerter Schritt in den Kontakten zwischen den Seiten gewertet.

Donald Trump hat nach Angaben aus seinem Umfeld Briefe an Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj geschickt. Über deren Inhalt wurde nichts bekannt. Selenskyj würdigte das Engagement der First Lady, indem er ihr einen nationalen ukrainischen Orden für ihre humanitäre Arbeit verlieh. Melania Trump setzt sich außerdem für die Rückkehr ukrainischer Kinder ein, die nach Russland verschleppt wurden. Dieses Thema gehört seit Beginn des Krieges zu den dringendsten humanitären Fragen zwischen Kiew und Moskau.

Kritisch beobachten die Ukraine und Nato-Partner wie Deutschland die Annäherung zwischen Trump und Putin. Die Sorge in Kiew richtet sich darauf, dass Zugeständnisse an Moskau ohne belastbare Garantien für die Ukraine getroffen werden könnten. Vor diesem Hintergrund fällt auch der Blick auf die Gespräche in den kommenden Tagen.

Für die kommende Woche sind trilaterale Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine in Abu Dhabi geplant. Vorgesehen ist ein Format auf Arbeitsebene. Die letzte Runde dieser Art fand im Februar in Genf statt. Bislang haben die Friedensgespräche keinen Durchbruch gebracht. Der Krieg dauert inzwischen mehr als viereinhalb Jahre an, und jede vereinbarte Pause wird daran gemessen, ob sie in einen dauerhaften Frieden münden kann.

4Aufrufe

Nora Dietrich

Autor

Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.