Der bisherige Heeresinspekteur Christian Freuding soll neuer Generalinspekteur der Bundeswehr werden. Das hat Verteidigungsminister Boris Pistorius bekanntgegeben, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Freuding tritt die Nachfolge von Carsten Breuer an, der zum Vorsitzenden des Militärausschusses der NATO gewählt wurde. Die Übergabe ist für Anfang Februar 2027 vorgesehen.

Der 55-jährige Generalleutnant gilt als erfahrener Panzeroffizier. Er hat die Panzerlehrbrigade in Munster kommandiert, bevor er die Koordination der militärischen Ausbildungshilfe der Bundeswehr für die Ukraine übernahm. Zuvor war er von 2017 bis 2019 Adjutant des Verteidigungsministers. Im vergangenen Jahr übernahm er zudem die Führung des Heeres. Auch an der Planungs- und Führungsstruktur, die Pistorius eingerichtet hat, war Freuding beteiligt. Seine Laufbahn verbindet damit die Truppe mit der politischen Leitungsebene des Ministeriums und der Unterstützung der Ukraine.

Pistorius lobte in seiner Begründung das ruhige Urteilsvermögen, die internationale Vernetzung und den Führungsstil des designierten Generalinspekteurs. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), bezeichnete Freuding als hervorragenden Offizier. Mit der Personalentscheidung wird an der Spitze der Streitkräfte ein Wechsel vollzogen, der in eine Phase fällt, in der die Bundeswehr vor großen Aufgaben steht. Die Stellung des Generalinspekteurs ist dabei die höchste militärische Funktion innerhalb der Streitkräfte.

Die Bundeswehr zählt derzeit rund 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. Ziel ist ein Umfang von 260.000 aktiven Soldaten und 200.000 Reservisten. Bis dahin ist noch ein erheblicher Weg zurückzulegen. Das Digitalisierungsprogramm der Streitkräfte stockt derzeit und hat erhebliche technische Probleme. Zudem werden Beschaffungsprozesse überprüft, um bestehende Fähigkeitslücken zu schließen. Gerade bei Technik und Ausrüstung entscheidet sich, wie schnell die Truppe die angestrebten Zahlen und Fähigkeiten erreichen kann.

Freuding selbst hat für das Heer fünf Prioritäten benannt, darunter die elektromagnetische Kampfführung. Erst kürzlich waren mehr als 70 Generale aus Deutschland und den Niederlanden in den baltischen Staaten unterwegs, um die Sicherung der östlichen Nato-Flanke zu besprechen. Die Übungen befassten sich unter anderem mit Drohnen, Luftverteidigung und KI-gestützten Führungssystemen. Diese Themen dürften auch die Arbeit des künftigen Generalinspekteurs prägen, da sie den Anspruch der Bundeswehr auf eine moderne und vernetzte Verteidigung im Bündnis widerspiegeln.

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Sebastian Mertens

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Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.