Der FC Bayern München dominiert die Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres. Harry Kane wurde zum Fußballer des Jahres gewählt, Giulia Gwinn zur Fußballerin des Jahres und Vincent Kompany zum Trainer des Jahres. Alle drei Auszeichnungen gehen damit an den Rekordmeister aus München.
Der englische Nationalstürmer Kane setzte sich bei der Abstimmung mit 272 Stimmen vor seinem französischen Teamkollegen Michael Olise durch, auf den 203 Stimmen entfielen. Den dritten Platz belegte der deutsche Nationalspieler Deniz Undav vom VfB Stuttgart mit 61 Stimmen. Insgesamt hatten 656 Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) abgestimmt. Kane wurde für seine herausragende Vorsaison geehrt, in der er 61 Tore in 51 Pflichtspielen für den FC Bayern erzielte. „Es war die beste Saison meiner bisherigen Karriere“, sagte der 33-Jährige bereits am vergangenen Mittwoch, als er zum zweiten Mal mit dem Goldenen Schuh für den besten Torschützen Europas ausgezeichnet worden war. In der Laudatio sagte der frühere Bayern-Profi Luca Toni, Kane habe es verdient, auch den Ballon d'Or für den besten Fußballer der Welt zu erhalten.
Bei der Trainer-Wahl setzte sich der große Favorit durch: Auf Double-Gewinner Vincent Kompany entfielen 314 Stimmen. Deutlich dahinter landeten Vorjahressieger Julian Schuster vom SC Freiburg mit 87 Stimmen und Sebastian Hoeneß vom Pokalfinalisten VfB Stuttgart mit 53 Stimmen. Schuster gratulierte dem Belgier öffentlich: „Lieber Vincent, ich gratuliere dir sehr herzlich zur Auszeichnung als Trainer des Jahres – die ist mehr als verdient.“ Kompany habe im zurückliegenden Jahr Herausragendes geleistet und mache nicht nur als Trainer, sondern auch als Person alle um sich herum besser.
Bei den Frauen triumphierte Giulia Gwinn. Die 27-jährige Abwehrspielerin des Double-Gewinners FC Bayern versammelte 106 Stimmen auf sich und damit knapp mehr als ihre Teamkollegin Klara Bühl mit 94 Stimmen. Auf Rang drei landete Jule Brand von Olympique Lyon mit 82 Stimmen. Im Vorjahr hatte sich Gwinn den Titel noch mit Torhüterin Ann-Katrin Berger geteilt, diesmal gewann sie allein. Ihr Sieg kam allerdings etwas überraschend, da sie in der Vorsaison mit Verletzungen zu kämpfen hatte und die zweitplatzierte Bühl sowohl in München als auch in der Nationalmannschaft herausragte. „Das ist eine Ehre und Bestätigung für meinen Weg“, sagte Gwinn. Sie habe nicht damit gerechnet, in diesem Jahr gewählt zu werden: „Deshalb war mein erster Gedanke auch: wirklich ich?“ Der frühere Frauen-Bundestrainer Horst Hrubesch hält die Auszeichnung für verdient: „Giulia ist immer klar ausgerichtet und hat den Fokus. Das fasziniert mich an ihr!“

