Die Fußball-Bundesliga startet an diesem Wochenende in die neue Saison. Nachdem die 2. Liga bereits im Betrieb ist, folgen nun die Erstligisten – zunächst im DFB-Pokal, dann in der Meisterschaft. Dabei müssen sich Spieler, Trainer und Fans an einige neue Regeln gewöhnen. Doch nicht alles, was bei der Weltmeisterschaft galt, findet auch in der Bundesliga Anwendung.

Ein prominentes Beispiel lieferte die vergangene Länderspielperiode: Jonathan Tah vom deutschen Rekordmeister Bayer Leverkusen erzielte im DFB-Trikot einen Treffer, der nach den neuen FIFA-Regeln nicht anerkannt wurde. In der Bundesliga hätte dieser Treffer jedoch gezählt. Der Grund liegt in unterschiedlichen Regelauslegungen zwischen dem Weltverband und der Deutschen Fußball Liga (DFL). Während bei der WM in diesem Jahr eine striktere Interpretation galt, bleibt es im deutschen Profifußball bei der bisherigen Handhabung.

Die Regelunterschiede betreffen vor allem Situationen rund um den Ballbesitz und das Verhalten der Spieler bei Standardsituationen. Die DFL hatte sich bewusst dafür entschieden, nicht alle Neuerungen des Weltverbands zu übernehmen. Stattdessen setzt man in Deutschland auf Kontinuität, um den Spielfluss zu erhalten und unnötige Unterbrechungen zu vermeiden. Schiedsrichter wurden entsprechend geschult und sollen die Regeln einheitlich auslegen.

Zum Auftakt der neuen Spielzeit kommt es direkt zu einem Highlight: Der VfB Stuttgart eröffnet die Saison am Freitagabend beim deutschen Meister FC Bayern München. Die Stuttgarter reisen mit Selbstvertrauen an, nachdem sie im DFB-Pokal bei Hansa Rostock mit 4:0 gewonnen haben. Besonders im Fokus steht dabei Neuzugang Dzenan Pejcinovic, der bei seinem Pflichtspieldebüt für den VfB gleich drei Tore erzielte.

Der 21-Jährige wechselte im Sommer für 25 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg nach Stuttgart und gilt als eines der größten Talente im deutschen Fußball. „Ehrlich gesagt habe ich das nicht erwartet“, sagte Pejcinovic nach dem Pokalsieg. „Klar freut man sich, so einen Einstand hingelegt zu haben. Das gibt ein gutes Gefühl für die nächsten Spiele.“ Der Angreifer hatte zuvor Angebote des FC Porto, des SC Freiburg und von Benfica Lissabon abgelehnt, um sich dem Champions-League-Teilnehmer anzuschließen.

Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß zeigte sich begeistert von der Leistung seines Neuzugangs, mahnte jedoch zur Besonnenheit. „Wir haben um ihn gekämpft“, sagte Hoeneß. „Es war sehr früh für ihn klar und auch für uns, dass wir das machen wollen. Jetzt ist er da. Das war ein Traumeinstand für den Jungen. Trotzdem ist es jetzt auch unsere Aufgabe als Club, den Hype, der jetzt hier sofort entstehen soll, richtig einzuordnen.“

Bereits wird Pejcinovic als möglicher Kandidat für die deutsche Nationalmannschaft unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp gehandelt. Stuttgarts Sport-Vorstand Fabian Wohlgemuth wollte diese Diskussion jedoch nicht befeuern. „Er wird sich entwickeln. Er wird sich weiter in der Bundesliga stabilisieren. Und dann kann der Weg sicherlich irgendwann dahin führen“, sagte Wohlgemuth. Mit Blick auf das Auftaktspiel in München gab er sich kämpferisch: „Vielleicht ist der Zeitpunkt gar nicht so schlecht. Wer weiß, wo Bayern steht. Das können wir nur ahnen. Wir stehen auf jeden Fall mit dem Spiel heute ganz gut da. Deshalb freue ich mich auf den Bundesliga-Auftakt in München, wo wir aus meiner Sicht sicherlich nicht chancenlos sein werden.“

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Nora Dietrich

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Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.