Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, hat Spekulationen über einen möglichen Rückzug von Bundeskanzler Friedrich Merz eine klare Absage erteilt. Angesichts der anhaltend schlechten Umfragewerte für die Bundesregierung hatten Beobachter zuletzt immer wieder Zweifel an der politischen Zukunft des Kanzlers geäußert. Frei, der Merz seit Jahren persönlich kennt, widerspricht dieser Einschätzung nun entschieden: Der Kanzler habe zu keinem Zeitpunkt an einen Rückzug gedacht.

In einer Talkshow äußerte sich Frei am Dienstagabend zu den aktuellen Umfragen, die er selbst als „schrecklich“ bezeichnete. Die Zahlen seien für die Partei zweifellos eine Belastung, räumte er ein. Dennoch sei die Diskussion über einen möglichen Amtsverzicht des Kanzlers eine, die von außen an die Partei herangetragen werde. Innerhalb der Fraktion und der Partei gebe es keine ernsthafte Debatte über eine Ablösung von Merz. Der Kanzler selbst sei von seiner Aufgabe überzeugt und sehe keinen Anlass, das Amt vorzeitig aufzugeben.

Die Äußerungen Freis kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Umfragewerte für die Regierungsparteien auf einem historischen Tiefstand liegen. Seit Merz vor 15 Monaten das Amt des Bundeskanzlers übernommen hat, ist die Zustimmung zur Regierung kontinuierlich gesunken. Kritiker werfen dem Kanzler vor allem in der Wirtschafts- und Migrationspolitik eine zu zögerliche Gangart vor. Auch innerhalb der Union mehren sich Stimmen, die einen Kurswechsel fordern. Frei stellte sich in der Sendung jedoch hinter den Kanzler und warnte vor vorschnellen Personaldebatten in einer schwierigen politischen Lage.

Besonders bemerkenswert war Freis Auftritt auch mit Blick auf die jüngsten Spannungen innerhalb der CDU. Drei Landeschefs der Partei hatten zuvor öffentlich Kritik an der Arbeit der Bundesregierung geübt und damit für Irritationen in der Fraktionsspitze gesorgt. Frei zeigte sich darüber verärgert und mahnte Geschlossenheit an. Öffentliche Querschüsse aus den eigenen Reihen seien in der aktuellen Situation das falsche Signal, betonte er. Die Partei müsse geschlossen hinter der Regierung stehen, anstatt über Personalien zu spekulieren.

Die Debatte um die Zukunft von Merz wird damit vorerst nicht verstummen. Die nächsten Landtagswahlen und die anstehenden Haushaltsberatungen werden zeigen, ob die Regierung die Kurve bekommt. Frei machte jedoch deutlich, dass die Union nicht beabsichtigt, das Thema Führungswechsel weiter zu befeuern. Man habe einen Kanzler, der gewillt sei, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen, so der Parlamentarische Geschäftsführer. Die Partei stehe hinter ihm.