Der nepalesischstämmige Extremsportler Nirmal Purja ist bei einem Lawinenunglück am Broad Peak in Pakistan ums Leben gekommen. Bei dem Unglück am Donnerstag starben insgesamt zehn Bergsteiger. Sein Unternehmen bestätigte den Tod Purjas; auch der Alpine Club Pakistan bestätigte, dass der Extremsportler und seine neun Begleiter ums Leben kamen.

Das Lawinenereignis ereignete sich am Broad Peak im Karakorum-Gebirge. Der Berg liegt im Norden Pakistans und ist mit 8.051 Metern der zwölfthöchste Gipfel der Erde. Er gehört zu den begehrten Zielen von Expeditionsbergsteigern, die alle Achttausender besteigen wollen. Wegen seiner Höhenlage und der unbeständigen Wetterverhältnisse gilt der Broad Peak als anspruchsvoll. In der Region kommt es immer wieder zu Lawinen, die für Alpinisten lebensgefährlich werden können. Am Donnerstag erfasste eine solche Lawine eine Gruppe von zehn Bergsteigern; keiner von ihnen überlebte.

Der Broad Peak ist Teil des Karakorum-Massivs, zu dem auch der K2 gehört. Die Region zieht jedes Jahr zahlreiche Expeditionen aus aller Welt an. Trotz moderner Ausrüstung und genauer Planung bleibt das Risiko von Lawinen in diesen Höhen groß.

Nirmal Purja war nepalesischstämmiger Extremsportler und wurde international vor allem als «Netflix-Alpinist» bekannt. Der Name geht auf eine Dokumentation über seine Bergsteiger-Projekte zurück, die einem breiten Publikum gezeigt wurde. Purja gehörte zu den profiliertesten Alpinisten seiner Generation. Seine Expeditionen führten ihn wiederholt in die höchsten Gebirge der Welt. Auch zum Broad Peak war er nach Angaben seiner Firma aufgebrochen, als das Unglück geschah. Der Broad Peak ist einer von mehreren Achttausendern in Pakistan. Im Vergleich zum benachbarten K2 gilt er als weniger technisch schwierig, die Gefahr plötzlicher Lawinen bleibt jedoch hoch.

Der Alpine Club Pakistan bestätigte die Todesfälle auf Anfrage. Zuvor hatte bereits Purjas Firma die Nachricht verbreitet, dass der Extremsportler ums Leben gekommen sei. Die genauen Umstände des Lawinenabgangs waren am Donnerstag zunächst noch unklar. Fest stand, dass alle zehn Bergsteiger, die von den Schneemassen erfasst worden waren, nicht überlebten. Die Namen der übrigen neun Toten wurden zunächst nicht genannt.

Die Nachricht von Purjas Tod verbreitete sich am Donnerstag in der internationalen Bergsteigerszene. Der Tod eines der bekanntesten Netflix-Alpinisten machte einmal mehr auf die Gefahren im Karakorum aufmerksam. Lawinen zählen in dieser Region zu den größten Risiken für Expeditionsbergsteiger. Erst im Vorjahr war in derselben Gegend die deutsche Sportlerin Laura Dahlmeier ums Leben gekommen. Der erneute tödliche Zwischenfall am Broad Peak zeigt, wie schnell eine geplante Expedition im Hochgebirge zur Tragödie werden kann. Der Vorfall rückt die Frage nach Sicherheitsstandards bei Expeditionen erneut in den Mittelpunkt.