Der meteorologische Herbst hat begonnen, und mit ihm rücken Dinge in den Fokus, die in den heißen Sommermonaten oft zu kurz gekommen sind. Während die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, entdecken viele Menschen die Vorzüge der neuen Jahreszeit. Die Natur zeigt sich von ihrer farbenprächtigen Seite, das Essen darf wieder wärmen und der Schlaf wird spürbar erholsamer.
Gerade die Nächte bereiten im Sommer vielen zu schaffen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) weist darauf hin, dass Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, für den Körper belastend sein können. Ein erholsamer Schlaf ist bei fehlender nächtlicher Abkühlung kaum möglich. Im Herbst sinken die Temperaturen, und Schlafexperten empfehlen für die Nachtruhe ideale 16 bis 18 Grad Celsius. Damit wird der Schlaf wieder zu einer erholsamen Angelegenheit.
Auch für Sportbegeisterte bringt der Herbst Vorteile. Die große Hitze ist vorbei, die Luft ist angenehm kühl – ideale Bedingungen für Joggen, Radtouren oder Wanderungen durch das bunte Laub. Ausdauersport fällt bei moderaten Temperaturen deutlich leichter. Eine Auswertung von fast 1,8 Millionen Marathonläufen zeigt, dass steigende Temperaturen die Laufleistung zunehmend beeinträchtigen. Bewegung im Freien hebt nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zudem die Stimmung und baut Stress ab.
Wer sich im Sommer über Wespen beim Picknick oder Grillabend geärgert hat, kann aufatmen. Die Wespenvölker lösen sich zwischen August und Oktober auf. Zwar können Gemeine und Deutsche Wespe bei warmem Wetter noch bis in den Herbst hinein auf der Suche nach Süßem auftauchen, doch mit sinkenden Temperaturen werden auch Stechmücken träger, fliegen weniger und ziehen sich in geschützte Verstecke zurück.
Die Natur inszeniert im Herbst einen großen Auftritt: Laub verwandelt sich von Grün in Gelb, Rot und Orange, die tief stehende Sonne taucht Landschaften in warmes Licht, und morgens liegt oft Nebel über Wiesen und Wäldern. Spaziergänge werden zu einer Reise für die Sinne. Passend dazu darf das Essen wieder wärmen: Suppen, Eintöpfe und Ofengemüse mit saisonalen Zutaten wie Kürbis, Kohl und Wurzelgemüse sorgen für ein angenehmes Bauchgefühl. Ernährungswissenschaftlich ist eine warme Mahlzeit zwar nicht grundsätzlich gesünder als eine kalte, entscheidend sind die Zutaten. Heiße Gerichte können das Wohlbefinden aber verstärken, da der Körper bei der Verdauung Wärme freisetzt.
Der Kleiderschrank wird im Herbst abwechslungsreicher. Strick, Jacken, Schals und Stiefel stehen für eine Jahreszeit, in der Kleidung wärmen, schützen und Bewegungsfreiheit lassen soll. Komfort, funktionale Materialien und entspannte Silhouetten sind gefragt. Zugleich wird Sonnenschein wieder zu etwas Besonderem: Der Deutsche Wetterdienst gibt an, dass sich die Zahl der Sonnenstunden zwischen Juli und Oktober im langjährigen Mittel halbiert. Waren es im Juli von 1991 bis 2020 durchschnittlich etwa 225 Stunden, sind es im Oktober nur noch rund 108.
Die Abende werden länger und laden dazu ein, den Tag bei einem Buch, langen Gesprächen, Gesellschaftsspielen oder einer Tasse Tee ausklingen zu lassen. Wenn draußen das Licht schwindet, entsteht drinnen Raum für Gemütlichkeit bei Kerzenschein. Und auch die Vorfreude auf Weihnachten beginnt: Spätestens mit September türmen sich in den Supermarktregalen Spekulatiuspackungen und Lebkuchen. Der frühe Verkaufsstart wird mit der Kundennachfrage begründet, mit dem Ende der Urlaubszeit wachse die Vorfreude auf die ruhigere Winterzeit, so Experten des Lebensmittelhandels.

