Die jüngsten Malariafälle am Frankfurter Flughafen haben Fragen aufgeworfen, ob der Klimawandel die Ausbreitung der Krankheit in Deutschland begünstigt. Fachleute relativieren jedoch: Bei Malaria spielt der Klimawandel hierzulande nur eine untergeordnete Rolle. „Der Hauptfaktor ist der Reise- und Warenverkehr“, sagt Jonas Schmidt-Chanasit, Professor an der Universität Hamburg und Facharzt für Mikrobiologie. Sechs Mitarbeiter des Flughafens haben sich durch Mückenstiche mit Malaria infiziert, zwei von ihnen starben.
Diese besondere Form der Ansteckung wird als Flughafenmalaria bezeichnet. Sie entsteht, wenn infizierte Mücken aus tropischen Regionen in Flugzeugen oder Frachtcontainern nach Deutschland gelangen und hier Menschen stechen. Schmidt-Chanasit betont, dass es sich um isolierte Einzelfälle handelt: „Da spielt das große Thema Klimawandel eben nicht die große Rolle.“ Das Gesundheitsamt Frankfurt verweist darauf, dass das Phänomen Flughafenmalaria seit vielen Jahrzehnten bekannt sei. Zwar könne zunehmende Hitze das Überleben der Mücken verlängern, doch Flughäfen seien keine Umgebung, in der sich die Anopheles-Mücke, der Überträger der Malaria, wohlfühle.
Anders sieht es bei anderen durch Mücken übertragenen Krankheiten aus. Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke, die Viren wie Dengue-Fieber, Zika und Chikungunya übertragen kann. Bisher waren es meist infizierte Reisende, die die Viren nach Deutschland brachten, ohne es zu wissen. Hierzulande wurden sie dann von Tigermücken gestochen, die die Erreger weiterverbreiteten. Schmidt-Chanasit stellt klar: Die Tigermücke überträgt keine Malaria.
Die Fälle in Frankfurt zeigen, dass Flughäfen trotzdem sensible Punkte sind. Die betroffenen Mitarbeiter arbeiteten vermutlich in Bereichen, in denen sie mit Flugzeugen oder Fracht in Kontakt kamen. Das Gesundheitsamt hat die Vorfälle untersucht und Maßnahmen ergriffen, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Dazu gehören verstärkte Kontrollen und Hinweise auf Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche.
Für die Zukunft sei es wichtig, die Überwachung von Mücken und Krankheitserregern an internationalen Verkehrsknotenpunkten aufrechtzuerhalten, so die Experten. Der Klimawandel könne langfristig die Lebensbedingungen für bestimmte Mückenarten in Deutschland verbessern, doch bei Malaria bleibe der Reiseverkehr der entscheidende Faktor. Die Behörden raten Reisenden aus Malariagebieten, auf Schutzmaßnahmen zu achten und bei Fieber nach der Rückkehr einen Arzt aufzusuchen.

