Der bei einer Fahrscheinkontrolle getötete Zugbegleiter Serkan Calar wird künftig an seinem Dienstort geehrt. Am 18. September soll im Hauptbahnhof Mannheim eine Gedenktafel enthüllt werden, wie ein Bahnsprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Gemeinsam mit der Familie des Verstorbenen wolle man einen dauerhaften Mahn- und Gedenkort einrichten.
Die Tafel soll an den geschätzten Kollegen und lieben Menschen erinnern, aber auch an die schreckliche Tat im Bewusstsein halten. Calar war Anfang Februar nach einem Angriff eines Fahrgastes ohne Ticket in einem Regionalexpress nahe Landstuhl in der Westpfalz gestorben. Der 36-Jährige erlag den Folgen einer Hirnblutung. Der 26-jährige Täter wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Mannheim war der Dienstort von Calar. Der alleinerziehende Vater hinterließ zwei minderjährige Kinder. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und eine Debatte über die Sicherheit in Zügen ausgelöst. Die Familie von Calar betonte anlässlich der geplanten Gedenktafel erneut, dass sie der Tod tief erschüttert habe.
„Es bricht uns das Herz, dass er uns in so jungen Jahren verlassen hat und eine tiefe Wunde in unseren Herzen hinterlässt“, teilten die Angehörigen mit. Andererseits spende die Errichtung einer Gedenkstätte in seinem Namen Trost. „Denn wir wissen, dass sein Name für immer fortleben wird – gelesen von Tausenden und niemals vergessen.“
Bereits Anfang August hatte ein Handball-Benefizspiel rund 6.000 Euro für die Hinterbliebenen von Calar eingespielt. Beim Spiel zwischen dem pfälzischen Zweitligisten Eulen Ludwigshafen und dem saarländischen Drittligisten HG Saarlouis trennten sich die Teams mit 27:27. Schirmherr der Veranstaltung war der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder.
Der Fall hatte über die Region hinaus Aufsehen erregt und die Frage nach besseren Schutzmaßnahmen für Bahnmitarbeiter aufgeworfen. Die Deutsche Bahn hatte nach der Tat ihr Mitgefühl ausgedrückt und Konsequenzen angekündigt. Die Gedenktafel im Hauptbahnhof Mannheim soll nun ein sichtbares Zeichen der Erinnerung an das Opfer der Gewalttat setzen.

