In Nürnberg breitet sich eine massive Ameisenplage aus, die viele Grundstücksbesitzer an den Rand der Verzweiflung treibt. Tausende der kleinen Insekten haben sich in Gärten, auf Terrassen und in Hauseingängen breitgemacht. Betroffene berichten von einem Gefühl der Hilflosigkeit angesichts der schieren Menge und der Hartnäckigkeit der Tiere.

«Fühle mich hilflos», sagte ein Eigentümer, der die Ameisen selbst mit Hausmitteln und Handelsspray nicht in den Griff bekommt. Die Insekten dringen durch kleinste Ritzen in Wohnräume ein, untergraben Pflanzenbeete und setzen Terrassenplatten in Bewegung. Besonders in Stadtteilen mit älteren Gebäuden und dichten Gärten ist das Problem akut.

Die Plage könnte auf eine invasive Ameisenart zurückgehen, die in Deutschland zunehmend Probleme verursacht:Tapinoma magnum. Diese ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Art wurde bereits in anderen Städten wie Pirmasens und Haßfurt nachgewiesen. Dort untergräbt sie Gebäudefundamente und sorgt für erhebliche Schäden. In Pirmasens wurde kürzlich der erste Verdachtsfall gemeldet, in Haßfurt ist die Art bereits angekommen und gefürchtet.

Fachleute warnen, dassTapinoma magnumaufgrund warmer Sommer begünstigt wird und sich rasant ausbreiten kann. Die Ameisen bilden riesige Superkolonien mit mehreren Königinnen, was ihre Bekämpfung extrem erschwert. Herkömmliche Insektizide wirken oft nur kurzfristig, während die Tiere unterirdische Gänge und Nester in Wärmedämmungen anlegen.

Die Stadt Nürnberg hat auf die Beschwerden reagiert und prüft koordinierte Maßnahmen. Den Betroffenen wird empfohlen, professionelle Schädlingsbekämpfer zu beauftragen und präventiv Fugen und Risse abzudichten. Auch die Vermeidung von Zuckerquellen im Außenbereich kann die Anziehung verringern. Bürger können ihre Beobachtungen beim städtischen Umweltamt melden, um eine bessere Einschätzung der Lage zu ermöglichen.

Sollte sich die Plage weiter ausbreiten, drohen langfristige Schäden an Gebäuden und Gärten. Die Eigentümer fordern eine koordinierte Strategie von Stadt und Land, um die invasive Art einzudämmen. Viele fühlen sich alleingelassen und hoffen auf schnelle Hilfe, bevor die Ameisen noch mehr Schaden anrichten.