Die USA wollen den Iran mit einem „Wirtschaftskrieg“ und neuen Sanktionen in die Knie zwingen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, den wirtschaftlichen Druck drastisch zu erhöhen und sprach von einem „wirtschaftlichen D-Day“ für Teheran. Der Ausgang der Auseinandersetzung ist ungewiss, doch der Konflikt dürfte den Ölmarkt weiter strapazieren – und damit auch deutsche Autofahrer.

US-Finanzminister Scott Bessent kündigte an, am Montag auf einer Pressekonferenz über das Vorhaben zu informieren. Er sprach von den „härtesten Sanktionen der Geschichte“, die man verhängen wolle. Details zu den Plänen lieferte Trump zunächst nicht. Er drohte auch Unterstützern Teherans mit drakonischen Maßnahmen. Die militärischen Kampfhandlungen im Iran-Krieg haben zuletzt nachgelassen, doch die wirtschaftliche Eskalation könnte den Ölpreis weiter in die Höhe treiben.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte die USA vor einem Bumerang-Effekt. Auf der Plattform X teilte er einen Comic, der andeutete, dass der von Washington angekündigte Wirtschaftskrieg die USA selbst treffen werde. Iranische Staatsmedien zeigten sich nach Trumps Ansage zunächst gelassen. Die USA versuchten seit Jahren, jegliche finanzielle und wirtschaftliche Beziehungen zum Iran zu unterbinden, schrieb etwa die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Iran habe jedoch „gelernt, diese Beschränkungen zu umgehen, und ist darin mittlerweile sehr versiert“.

Trotz des ausgeklügelten Systems zur Umgehung der Sanktionen ist die wirtschaftliche Entwicklung im Iran seit Jahren massiv unter Druck. Die Bevölkerung leidet unter einer sprunghaft gestiegenen Inflation. Der neue Chef des iranischen nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, drohte am Samstag zugleich den ölreichen Nachbarländern, sich nicht an einem Wirtschaftskrieg gegen den Iran zu beteiligen. Man werde jeden, der das tue, als Feind betrachten, und kein Tropfen Öl werde den Persischen Golf passieren, sagte er im Staatsfernsehen.

Für deutsche Autofahrer bedeutet die Hängepartie im Iran-Krieg vor allem eines: Die Preise an den Tankstellen könnten weiter steigen. Der Ölpreis hat bereits angezogen, und die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts dürfte die Märkte belasten. Sollten die USA ihre Sanktionen tatsächlich verschärfen und der Iran mit Gegenmaßnahmen drohen, könnte das Angebot auf dem Weltmarkt knapper werden. Die Lage bleibt angespannt, und eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht.

Sebastian Mertens

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Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.