Der Facebook-Mutterkonzern Meta beendet einen milliardenschweren Rechtsstreit mit US-Bundesstaaten. Das Unternehmen hat sich mit den klagenden Staaten auf einen Vergleich geeinigt, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Die Zahlung soll demnach bis zu 16,68 Milliarden Dollar betragen.

Hintergrund des Verfahrens sind Vorwürfe, wonach Meta zu wenig für den Schutz von Kindern und Jugendlichen auf seinen Plattformen Facebook und Instagram getan habe. Die Bundesstaaten warfen dem Konzern vor, seine Dienste so zu gestalten, dass sie bei Minderjährigen süchtig machende Wirkungen entfalten. Der Vergleich betrifft eine Klage von 29 US-Bundesstaaten, die sich zusammengeschlossen hatten, um gemeinsame rechtliche Schritte gegen den Tech-Konzern einzuleiten.

Die Einigung beendet einen Prozess, in dem sich Meta seit längerem wegen möglicher Gefahren durch soziale Medien für Kinder verantworten musste. Die klagenden Staaten hatten argumentiert, dass die Plattformen von Meta gezielt so konzipiert seien, dass sie junge Nutzer möglichst lange an sich binden. Dies führe zu gesundheitlichen Schäden und beeinträchtige die Entwicklung von Heranwachsenden.

Über die genauen Bedingungen des Vergleichs wurde zunächst nichts bekannt gegeben. Branchenbeobachter gehen jedoch davon aus, dass die Zahlung in mehreren Raten erfolgen könnte. Die Summe von 16,68 Milliarden Dollar gehört zu den höchsten Vergleichen, die ein Technologieunternehmen in einem Verfahren mit staatlichen Klägern in den USA je akzeptiert hat.

Meta selbst äußerte sich zunächst nicht ausführlich zu der Einigung. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, in den Schutz von Minderjährigen zu investieren und Funktionen zur elterlichen Kontrolle auszubauen. Kritiker halten diese Maßnahmen jedoch für unzureichend und verweisen auf interne Dokumente, die aus ihrer Sicht belegen, dass Meta die Risiken für junge Nutzer lange unterschätzt habe.

Der Rechtsstreit ist Teil einer breiteren Debatte in den USA über die Verantwortung von Sozialen Netzwerken im Umgang mit Minderjährigen. Mehrere Bundesstaaten haben in den vergangenen Jahren eigene Gesetze erlassen oder Klagen angestrengt, um Plattformen wie Instagram und TikTok zu strengeren Jugendschutzmaßnahmen zu verpflichten. Die Einigung mit Meta könnte nun als Signal für weitere Verfahren gegen andere Konzerne der Branche gewertet werden.

Für Meta bedeutet der Vergleich eine erhebliche finanzielle Belastung, auch wenn das Unternehmen mit Milliardengewinnen pro Quartal wirtschaftet. Analysten sehen in der Einigung dennoch einen strategischen Schritt: Ein langwieriger Prozess hätte das Unternehmen stärker belastet und weitere interne Dokumente öffentlich gemacht, die für das Unternehmen nachteilig sein könnten.

Die beteiligten Bundesstaaten zeigten sich in ersten Stellungnahmen zufrieden mit dem Ausgang. Die Einigung sende ein klares Signal an Technologiekonzerne, dass sie für die Auswirkungen ihrer Produkte auf Kinder und Jugendliche zur Verantwortung gezogen werden können. Weitere Details zu den konkreten Auflagen, die Meta im Rahmen des Vergleichs erfüllen muss, sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Nora Dietrich

Autor

Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.