Das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen in Nordrhein-Westfalen bleibt wegen des anhaltenden Niedrigwassers bis zum 30. September ausgesetzt. Damit verlängert sich die Lockerung um einen Monat über die ursprüngliche Planung hinaus, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigte. Die Regelung war zunächst bis Ende August befristet, um die wirtschaftlichen Folgen der eingeschränkten Binnenschifffahrt abzufedern.
Durch die sehr niedrigen Wasserstände auf den deutschen Wasserstraßen ist die Binnenschifffahrt derzeit erheblich beeinträchtigt. Die Transportkapazitäten auf dem Wasserweg sind stark reduziert, was Lieferketten in der Region unter Druck setzt. Die Lockerung des Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen soll der Wirtschaft helfen, diese Engpässe zu überbrücken und Waren weiterhin zuverlässig zu transportieren. Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland gilt die Ausnahmeregelung nun bis Ende September.
Die Logistikbranche begrüßte die Entscheidung aus Düsseldorf ausdrücklich. Christoph Kösters, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen, sagte, durch die Verlagerung auf die Straße habe man in den vergangenen Tagen einiges abfangen können. Allerdings wies er darauf hin, dass der Straßengüterverkehr nicht die gesamten derzeit eingeschränkten Binnenschiffskapazitäten ausgleichen könne. Die Verlängerung sei daher wichtig, aber keine Lösung des gesamten Problems.
Kösters verwies zudem auf eine weitere Erleichterung: Gefahrgutcontainer dürften bis auf Weiteres länger als üblich in den Häfen zwischengelagert werden. Das habe etwas Druck aus dem System genommen. Die befürchteten zusätzlichen Staus auf den Autobahnen seien ausgeblieben. Auch auf die Schiene sei einiges an Transportvolumen verlagert worden, allerdings seien auch dort die zusätzlichen Kapazitäten begrenzt, so der Verbandschef.
Die Entscheidung in Nordrhein-Westfalen folgt einem Muster, das sich in mehreren Bundesländern abzeichnet. Fast alle Länder hatten das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen wegen der Niedrigwasserlage zunächst bis Ende August gelockert. Nun verlängern einzelne Länder die Ausnahmeregelung, da die Wasserstände auf Rhein und anderen Flüssen weiterhin niedrig bleiben und eine schnelle Erholung nicht in Sicht ist.
Für die Unternehmen in der Region bedeutet die Verlängerung Planungssicherheit. Die Aufrechterhaltung der Lieferketten hat angesichts der angespannten Lage auf den Wasserstraßen oberste Priorität. Ob die Ausnahmeregelung über den September hinaus verlängert wird, hängt von der weiteren Entwicklung der Wasserstände ab. Das Verkehrsministerium in Düsseldorf beobachtet die Lage nach eigenen Angaben kontinuierlich.

