Das deutsche Gastgewerbe hat im Mai 2026 einen deutlichen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet. Wie aus aktuellen Branchenzahlen hervorgeht, blieben die Gäste vielerorts aus, was zu spürbaren Einbußen in der gesamten Branche führte. Besonders betroffen sind Hotels und Restaurants, wobei die Auswirkungen je nach Segment und Region unterschiedlich stark ausfallen.
Die vorläufigen Daten für den Mai zeigen, dass die Umsätze im Gastgewerbe real, also preisbereinigt, unter dem Niveau des Mai 2025 lagen. Nominal betrachtet fiel der Rückgang aufgrund gestiegener Preise etwas moderater aus, dennoch bleibt die Entwicklung besorgniserregend für eine Branche, die sich nach den schwierigen Jahren der Pandemie erst langsam erholte. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass die Erholung ins Stocken geraten ist.
Besonders die Hotellerie leidet unter der aktuellen Zurückhaltung der Gäste. Viele Hotels melden geringere Auslastungszahlen, insbesondere in den Städten, wo Geschäftsreisen und Tagungen noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben. Auch private Urlaubsreisen scheinen in diesem Jahr verhaltener zu sein, was auf die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit und die gestiegenen Lebenshaltungskosten zurückgeführt wird. Die Verbraucher sparen vermehrt bei Freizeitaktivitäten und Reisen.
Die Gastronomie, also Restaurants, Cafés und Bars, verzeichnet ebenfalls Umsatzrückgänge, wenn auch teilweise weniger stark als die Hotellerie. Hier machen sich die gestiegenen Kosten für Lebensmittel und Energie bemerkbar, die viele Betriebe an ihre Gäste weitergeben mussten. Höhere Preise auf den Speisekarten führen wiederum dazu, dass die Gäste seltener essen gehen oder günstigere Alternativen wählen. Die Branche steht damit vor einer doppelten Herausforderung: sinkende Nachfrage bei gleichzeitig steigenden Betriebskosten.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle für die aktuelle Entwicklung. Die anhaltende Inflation, die zwar leicht rückläufig ist, aber immer noch über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank liegt, belastet die Kaufkraft der Verbraucher. Hinzu kommen Unsicherheiten über die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, die viele Menschen dazu veranlassen, ihre Ausgaben zurückzufahren. Das Gastgewerbe ist als konsumnahe Branche besonders stark von solchen Stimmungsschwankungen betroffen.
Ein weiterer Faktor ist der Fachkräftemangel, der die Branche seit Jahren begleitet. Viele Betriebe können ihre Kapazitäten nicht voll ausschöpfen, weil ihnen qualifiziertes Personal fehlt. Dies führt zu verkürzten Öffnungszeiten oder der Schließung von Bereichen, was wiederum Umsatzpotenziale ungenutzt lässt. Die Personalknappheit verschärft die wirtschaftliche Situation vieler Gastronomen und Hoteliers zusätzlich.
Die regionalen Unterschiede sind dabei erheblich. Während touristische Hochburgen wie die Küstenregionen oder die Alpen noch relativ gut durch die schwierige Phase kommen, leiden strukturschwache Regionen und Städte ohne starken Tourismus stärker unter dem Gästeschwund. Auch die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind deutlich: In wirtschaftsstarken Ländern wie Bayern oder Baden-Württemberg fällt der Rückgang oft geringer aus als in Regionen mit schwächerer Wirtschaftskraft.
Die Aussichten für die kommenden Monate bleiben verhalten. Branchenverbände fordern von der Politik Maßnahmen zur Entlastung, etwa durch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen oder durch Bürokratieabbau. Auch eine stärkere Förderung des Tourismus und eine verbesserte Unterstützung bei der Fachkräftegewinnung werden gefordert. Ohne gezielte Hilfen, so die Warnung aus der Branche, könnten weitere Betriebe schließen müssen, was die Versorgung in ländlichen Gebieten und die touristische Infrastruktur insgesamt gefährden würde.
Die aktuellen Zahlen für den Mai sind ein Warnsignal für die gesamte Branche. Sie zeigen, dass die Erholung nach der Pandemie noch nicht abgeschlossen ist und dass neue Herausforderungen die Betriebe belasten. Die kommenden Monate, insbesondere die Sommersaison, werden zeigen, ob sich der Trend fortsetzt oder ob eine Belebung der Nachfrage eintritt. Die Branche hofft auf eine konjunkturelle Erholung und eine Entspannung der Preissituation, um wieder in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen.
