Der europäische Klimadienst Copernicus hält es für nahezu sicher, dass das Jahr 2026 die Erwärmung um 1,5 Grad Celsius überschreiten wird. Eine Bestätigung steht allerdings noch aus. Nach den vorliegenden Angaben wird die Einschätzung mit fortschreitendem Jahresverlauf jedoch zunehmend deutlicher. Die Prognose betrifft die globale Durchschnittstemperatur und ist damit eine Aussage über das Klima der gesamten Erde, nicht über einzelne Regionen.
Die Marke von 1,5 Grad ist der Referenzwert des Pariser Klimaabkommens. Sie gilt als zentrale Grenze, an der sich die Staatengemeinschaft mit ihren Klimazielen orientiert. Bereits im Jahr 2024 lag die globale Durchschnittstemperatur erstmals in einem Kalenderjahr über diesem Wert. Für Einordnung sorgt jedoch ein Unterschied: Ein einzelnes Jahr oberhalb der Schwelle ist nicht dasselbe wie eine dauerhafte Überschreitung im langjährigen Mittel, auf das sich das Abkommen bezieht. Entscheidend für die Zielsetzung von Paris ist also nicht allein, ob ein Jahr die Marke reißt, sondern wie sich die Temperaturen über längere Zeiträume entwickeln.
Als zusätzlicher Hinweis auf die außergewöhnliche Wärme gilt der Oktober 2026. Er war in der Messreihe der wärmste jemals gemessene Oktober. Solche Rekorde zeigen, dass die hohe Temperaturlage nicht nur vereinzelt auftritt, sondern sich über das Jahr hinweg in den Messwerten niederschlägt. Die Einschätzungen von Copernicus wurden am selben Tag in mehreren deutschen Medien aufgegriffen, was die Aufmerksamkeit für die Prognose unterstreicht.
Die Warnungen von Klimaforschern beziehen sich seit Jahren auf dieselbe Schwelle. Dass sich ihr Überschreiten für 2026 nun abzeichnet, dürfte die Debatte über die Wirksamkeit der bisherigen Klimapolitik neu befeuern. Copernicus hat die Lage auf Grundlage der verfügbaren Messdaten bewertet; eine endgültige Bilanz für das Jahr kann erst nach dessen Ablauf gezogen werden. Bis dahin bleibt die Einschätzung eine fast sichere, aber noch nicht bestätigte Prognose.
Quelle: zeit.de
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