Die US-Streitkräfte haben eine dritte Angriffswelle gegen den Iran in ebenso vielen Nächten eingeleitet. Das Regionalkommando Centcom teilte am Montag mit, die Angriffe hätten um 16.45 Uhr Ortszeit (22.45 Uhr MESZ) begonnen. Ziel der Operation sei es, den iranischen Streitkräften weiterhin hohe Kosten aufzuerlegen und ihre Fähigkeit zu schwächen, unschuldige Zivilisten sowie die Handelsschifffahrt in der strategisch bedeutenden Straße von Hormus anzugreifen.
US-Präsident Donald Trump hatte die neuen Luftschläge kurz zuvor im Weißen Haus angekündigt. «Wir werden sie heute Abend sehr hart treffen, und wir werden sie auch morgen hart treffen», sagte Trump. Die USA planen zudem, ab Dienstagabend die Blockade iranischer Häfen wieder aufzunehmen. Darüber hinaus kündigte Trump eine Abgabe von 20 Prozent auf alle Güter an, die durch die Straße von Hormus transportiert werden. Diese Maßnahmen sollen den wirtschaftlichen Druck auf Teheran weiter erhöhen.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran war am Wochenende erneut militärisch eskaliert. In der Nacht zum Sonntag hatte die US-Armee nach eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele im Iran angegriffen. Auslöser war ein Angriff der iranischen Revolutionsgarden auf ein Schiff in der Straße von Hormus. Teheran reagierte darauf mit Attacken auf US-Ziele in mehreren Golfstaaten. In der Nacht zum Montag folgten weitere Angriffswellen beider Seiten.
Seit Anfang April hatte im Iran-Krieg eine brüchige Waffenruhe gegolten. In den vergangenen Wochen war es jedoch immer wieder zu Kämpfen gekommen, die sich vor allem an der freien Durchfahrt durch die Straße von Hormus entzündeten. Diese Meerenge gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt: Ein erheblicher Teil des globalen Öltransports wird durch diese schmale Passage abgewickelt. Trump erklärte die Waffenruhe in der vergangenen Woche für beendet, nachdem die Spannungen erneut zugenommen hatten.
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem umfassenden Friedensabkommen führen sollte. Rund die Hälfte dieser Frist ist inzwischen verstrichen, ohne dass es zu einer nennenswerten Annäherung zwischen den beiden Ländern gekommen wäre. Die jüngsten Angriffe und die angekündigten Wirtschaftssanktionen deuten darauf hin, dass beide Seiten weiterhin auf Konfrontation setzen.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist für den internationalen Energiehandel von zentraler Bedeutung. Schätzungen zufolge passieren täglich rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls diese Route. Eine Blockade oder Behinderung der Schifffahrt hätte daher nicht nur regionale, sondern globale wirtschaftliche Folgen. Die USA haben in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass sie die freie Durchfahrt durch die Meerenge gewährleisten wollen.
Die iranische Führung hat die US-Angriffe scharf verurteilt und mit weiteren Gegenangriffen gedroht. Teheran wirft Washington vor, mit den Luftschlägen gegen geltendes Völkerrecht zu verstoßen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. Mehrere Staaten, darunter auch Verbündete der USA, haben zur Zurückhaltung aufgerufen und eine diplomatische Lösung des Konflikts gefordert.
Die Eskalation der vergangenen Tage hat die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten weiter verschärft. Analysten warnen vor einem Flächenbrand, der über die Grenzen des Iran und der Golfstaaten hinausreichen könnte. Die USA haben ihre militärische Präsenz in der Region in den letzten Tagen verstärkt, während der Iran seine Luftabwehrsysteme in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt hat. Beobachter rechnen mit weiteren Angriffen in den kommenden Tagen.
