Die Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles, scheidet aus ihrem Amt aus. Präsident Donald Trump gab den Wechsel über seine Plattform Truth Social bekannt. Wiles' Nachfolger wird ihr bisheriger Stellvertreter Stephen Miller, der seine Arbeit am Montag aufnehmen soll.
Laut dem Sender CBS News hatte Wiles ihren Rücktritt bereits am Donnerstagabend eingereicht. Sie war die erste Frau in dieser Funktion im Weißen Haus und gilt als eine der einflussreichsten Vertrauten Trumps. Es wird erwartet, dass sie auch künftig im politischen Umfeld des Präsidenten bleibt. Miller hingegen ist vor allem als Architekt der harten Migrationspolitik der Trump-Regierung bekannt. Mit seinem Aufstieg an die Spitze des Stabes dürfte sein Einfluss auf die Politik weiter wachsen.
Der Personalwechsel fällt in eine schwierige Phase für die Republikaner. Bei den Zwischenwahlen verloren sie sowohl ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus als auch im Senat. Die Niederlage wird vielerorts als Urteil über die Politik Trumps gewertet. Innerhalb der Partei gibt es zudem Machtkämpfe darüber, in welche Richtung sich die Republikaner entwickeln sollen. Vor diesem Hintergrund wird der Wechsel an der Spitze des Stabes auch als Teil einer größeren Neuordnung im Umfeld des Präsidenten gelesen.
Wiles, 69 Jahre alt, war die erste Frau in der Funktion der Stabschefin. Zuvor hatte sie Trumps Wahlkampf im Jahr 2024 geleitet und galt dabei als loyale und diskrete Strategin. Im Frühjahr machte sie öffentlich, dass bei ihr Brustkrebs diagnostiziert worden war. Im September erklärte sie, die Krankheit besiegt zu haben. Ihre gesundheitliche Geschichte gehörte damit zu den persönlichen Stationen, die ihre Zeit im Zentrum der Regierung begleiteten.
Für Aufsehen sorgte im Dezember ein Interview mit dem Magazin Vanity Fair, in dem Wiles sich ungewöhnlich deutlich über Trump äußerte. Dabei wurde sie mit der Bemerkung zitiert, Trump habe die Persönlichkeit eines Alkoholikers. Wiles erklärte später, ihre Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Dass sie trotz dieser öffentlichen Kritik im Amt blieb, zeigt, wie eng sie bis zuletzt mit dem Präsidenten verbunden war.
Offen bleibt, ob Trump seinen Kabinetts- und Vertrautenkreis weiter umbaut. Ebenso ist unklar, wie stark Miller nach seinem Amtsantritt die Politik prägen wird. Die künftige demokratische Vorsitzende des Kontrollausschusses im Repräsentantenhaus hat bereits Forderungen nach Verantwortung laut werden lassen. Ob diese Forderungen Folgen haben, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn die neue Führungsstruktur im Weißen Haus Gestalt annimmt.
Quelle: stern.de
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