Anderthalb Wochen vor den US-Parlamentswahlen hat Präsident Donald Trump eigenen Angaben zufolge einen drastischen Eingriff in die Wahlen im nördlichsten US-Bundesstaat Alaska befohlen. Auf die Frage, was er von einer Klage gegen Alaska wegen der Verwechslungsgefahr zwischen zwei republikanischen Kandidaten halte, antwortete er vor Journalisten: « Ich war es, der gesagt hat: Mach es! »
Zuvor hatte das US-Justizministerium eine Klage gegen den Bundesstaat eingereicht. Die Behörde sieht eine Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Kandidaten, die beide Dan Sullivan heißen und sich um den Senatssitz in Alaska bewerben. Ziel sei es, zu verhindern, dass die Wahlergebnisse bestätigt werden, falls dem republikanischen Amtsinhaber Dan S. Sullivan aufgrund einer Namensverwechslung durch den ebenfalls republikanischen Herausforderer Dan J. Sullivan Stimmen fehlen. Die Frage, ob es sich um einen abgekarteten Plan oder um einen reinen Zufall handelt, steht damit im Zentrum der Auseinandersetzung.
Im umkämpften Bundesstaat bewerben sich mehrere Politiker um den Senatsposten. Neben dem republikanischen Amtsinhaber Dan S. Sullivan und der Demokratin Mary Peltola tritt auch Dan J. Sullivan an. Der Amtsinhaber vertritt Alaska seit 2015 in Washington. Über den Herausforderer ist nach Angaben der Berichte nur wenig bekannt; anders als die anderen Kandidaten habe der 69-Jährige keine Wahlkampfauftritte absolviert. Bei den US-Kongresswahlen am 3. November werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatsposten neu gewählt.
Das Justizministerium wirft dem Herausforderer vor: « Der einzige Zweck seiner Kandidatur ist es, Peltolas Wahlkampf zu fördern, indem die Zahl der Stimmen für Senator Sullivan reduziert wird. » Demnach habe sich Dan J. Sullivan erst kurz vor der Erklärung seiner Kandidatur den Republikanern angeschlossen. Zudem habe er denselben Namen wie der Amtsinhaber beantragt, obwohl er diesen zuvor nie in dieser Kurzform verwendet habe. Nach Darstellung der Regierung soll der Herausforderer damit die Stimmen für den Amtsinhaber schmälern.
Für den Fall einer Niederlage des derzeitigen Senators fordert das Ministerium, zunächst zu untersuchen, ob Sullivan ohne seinen nahezu namensgleichen Kontrahenten auf dem Wahlzettel mehr Stimmen erhalten hätte. So solle die Integrität der Senatswahl 2026 in Alaska geschützt werden. Die Klage bringt damit die Auszählung und die Anerkennung eines möglichen Ergebnisses in eine rechtliche Warteschleife.
Die Auseinandersetzung ist nicht die erste juristische Befassung mit dieser Frage. Bereits zuvor hatte die Wahlleiterin Alaskas versucht, den Herausforderer von den Stimmzetteln zu streichen. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates entschied jedoch, dass Sullivan rechtmäßig antreten dürfe. Dass die Verwechslungsgefahr erneut vor Gericht landet, zeigt, wie sehr der Name des Kandidaten inzwischen zum politischen Streitpunkt geworden ist.
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