Ein Drohnenalarm hat am Freitag den Betrieb an den vier großen Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau zeitweise eingeschränkt. Wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte, waren die Einschränkungen an allen Hauptstadtflughäfen vorübergehend in Kraft. Am größten Airport Scheremetjewo wurden Passagiere in Sicherheit gebracht, der Zugang zum Sicherheitsbereich aller Terminals war während der Evakuierung eingeschränkt.

Nach Angaben des Flughafens unterstützten Mitarbeiter die Menschen dabei, sichere Schutzorte aufzusuchen. Dafür holten sie auch Passagiere aus Flugzeugen. Der Drohnenalarm wurde inzwischen wieder aufgehoben, die Passagiere verließen die Schutzräume. Wegen ukrainischer Drohnenangriffe kommt es seit Langem immer wieder zu Einschränkungen an russischen Flughäfen. In den vergangenen Wochen häuften sich die Probleme jedoch. Flugzeuge kehren auf dem Weg nach Moskau um oder landen an anderen Flughäfen in Russland, Passagiere sitzen zeitweise fest.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Anfang September erklärt, der russische Luftraum werde «faktisch» geschlossen. «Es wird einfach so viele Drohnen im russischen Luftraum geben, dass man dies berücksichtigen muss», sagte er damals. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem Angriffskrieg. Die Ukraine greift als Teil ihres Abwehrkampfes regelmäßig Ziele im russischen Hinterland an.

Unterdessen hat die US-Regierung eine lokale Feuerpause für die seit Monaten belagerte Stadt Oleschky im russisch besetzten Süden der Ukraine verkündet. Nach Angaben des Weißen Hauses vermittelte First Lady Melania Trump die Vereinbarung zwischen Moskau und Kiew. Beide Konfliktparteien hätten sich verpflichtet, alle Kampfhandlungen ab dem 29. Oktober vorübergehend einzustellen. Dadurch sollen humanitäre Hilfe und die Evakuierung der Zivilbevölkerung über einen sicheren Korridor ermöglicht werden.

«Die Menschen in Oleschky haben nur eingeschränkten Strom, leben inmitten verminter Straßen und müssen regelmäßige Militärangriffe ertragen», sagte Melania Trump laut einer Mitteilung. Sie habe mit Vertretern beider Kriegsparteien zusammengearbeitet, um die Bedingungen der lokal begrenzten Waffenruhe festzulegen. Die Kleinstadt Oleschky liegt am Ufer des Dnipro und ist von der Versorgung abgeschnitten. Nach ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2.000 Menschen fest. Hilfsorganisationen beklagen seit Langem die humanitäre Lage. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt, dazwischen verläuft die Front. Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen Minen rund um Oleschky, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich.

Im Schwarzen Meer ist unterdessen erneut ein Handelsschiff von einer Drohne getroffen worden. Wie Rumäniens Präsident Nicusor Dan mitteilte, ereignete sich der Vorfall vor der rumänischen Küste unweit der Grenze zur Ukraine. Ein Seemann kam ums Leben, neun weitere wurden gerettet. Nach drei vermissten Seeleuten werde gesucht, berichteten rumänische Medien unter Berufung auf die Schifffahrtsbehörde in Constanta. Das Schiff sei gekentert und drohe zu sinken, teilte das Innenministerium in Bukarest mit.

Staatspräsident Dan bezeichnete den Vorfall als weiteren «Eskalationsversuch Russlands» im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine. Ob eine russische Drohne das Schiff traf, sagte er nicht. Der Vorfall ereignete sich 13 Seemeilen von Constanta entfernt und damit knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer. Die Besatzung des unter der Flagge der Komoren fahrenden Schiffs bestand aus zehn Ukrainern und drei Aserbaidschanern.

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Nora Dietrich

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Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.