US-Präsident Donald Trump will mehrere bislang geschützte Meeresgebiete für die kommerzielle Fischerei freigeben, um die heimische Produktion anzukurbeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Konkret solle das Fischen von Jakobsmuscheln am nördlichen Rand der Georges Bank im Nordosten der USA wieder erlaubt werden, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. „Das bedeutet Millionen Pfund mehr köstliche Wildjakobsmuscheln pro Jahr auf den Tellern der Amerikaner“, schrieb der Präsident und betonte, dass dadurch die Produktion im Land gesteigert und Arbeitsplätze geschaffen würden.
Die Georges Bank, ein ausgedehntes Unterwasserplateau im Nordatlantik, galt einst als einer der ertragreichsten Fischgründe der Welt. In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Gebiet jedoch zunehmend vor Überfischung geschützt. Umweltorganisationen warnen nun vor den Folgen der geplanten Öffnung. Die Conservation Law Foundation etwa befürchtet, dass der Fang von Jakobsmuscheln, der meist durch Abschaben des Meeresbodens erfolgt, die Population des Atlantischen Kabeljaus gefährdet, der in den felsigen Strukturen dort Schutz sucht.
Die für die Meere zuständige US-Behörde NOAA kündigte an, einen Rotationszugang für die Fischer einzuführen, um eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten. Trump kündigte zudem an, „ein riesiges Gebiet vor der Ostküste für unsere großartigen Hummerfischer und andere“ freizugeben. Auch im Pazifik sollen Fangquoten und Schutzmaßnahmen aufgehoben werden: „Eine halbe Million Quadratmeilen des wunderschönen Pazifiks“ solle US-Fischern zugänglich gemacht werden, so der Präsident.
Die Entscheidung stößt bei Umweltschützern auf scharfe Kritik. Sie argumentieren, dass die Öffnung geschützter Meeresgebiete langfristig die Fischbestände gefährden und das ökologische Gleichgewicht stören könnte. Die Georges Bank ist nicht nur ein wichtiger Lebensraum für Kabeljau, sondern auch für andere Fischarten, die von den dortigen Lebensbedingungen abhängen. Wissenschaftler warnen, dass die industrielle Fischerei in diesen sensiblen Zonen irreversible Schäden verursachen könnte.
Parallel zu diesen umstrittenen Plänen bereitet sich die US-Regierung auf die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli vor. Die Feuerwerksshow auf der National Mall in Washington soll in diesem Jahr alle bisherigen Rekorde brechen. Geplant sind mehr als 850.000 Feuerwerkskörper, die von zehn Standorten aus abgefeuert werden, darunter der West Potomac Park, der Reflecting Pool und Lastkähne auf dem Potomac River. Das teilte Stephen Vitale, Chef des ausführenden Unternehmens Pyrotecnico aus Pennsylvania, mit. Damit würde der bisherige Weltrekord deutlich übertroffen: Laut Guinness World Records hält derzeit eine Silvestershow auf den Philippinen aus dem Jahr 2016 den Spitzenplatz mit rund 810.000 Feuerwerkskörpern.
Im Weißen Haus selbst sind derweil Bauarbeiten im Gange. Wie die „Washington Post“ berichtet, wurde ein Bauzaun errichtet, der offenbar die Arbeiten für einen neuen Hubschrauberlandeplatz verbergen soll. Das Helipad soll sich in der Nähe des Südportikus befinden, wo üblicherweise Marine One, der Hubschrauber des Präsidenten, landet. Die genauen Gründe für den Neubau wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Die Ankündigungen Trumps fallen in eine Zeit politischer Spannungen. Die US-Regierung hatte zuvor eine Verlängerung des Freihandelsabkommens USMCA mit Mexiko und Kanada in seiner gegenwärtigen Form abgelehnt. Damit beginne eine zehnjährige Frist bis zum Auslaufen des Vertrags, teilte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer mit. Die Regierung in Washington strebt Änderungen an, um Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie in die USA zurückzuholen und Handelsdefizite zu reduzieren.
Vor dem Hintergrund der Zwischenwahlen im November zeigt eine Umfrage der „New York Times“, dass die Republikaner weiter auf eine Mehrheit im US-Senat hoffen können. Trump plant zudem einen Sonderparteitag in Dallas, um die republikanische Wählerschaft zu mobilisieren. Die Entwicklungen rund um die Fischereipolitik und die Handelsabkommen dürften dabei eine Rolle spielen, da sie wirtschaftliche und ökologische Fragen aufwerfen, die für viele Wähler von Bedeutung sind.
