US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Gesprächsanlauf mit dem Iran bekanntgegeben. Am Rande der UN-Generaldebatte in New York sprach Trump am Dienstag von einem «sehr produktiven Treffen», das rund drei Stunden gedauert habe. Beide Seiten hätten ein weiteres Gespräch «in sehr naher Zukunft vereinbart». An dem Treffen nahmen nach Angaben Trumps sein Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner für die US-Seite teil. Die iranische Delegation wurde iranischen Staatsmedien zufolge von Außenminister Abbas Araghtschi geleitet.
Witkoff äußerte sich nach dem Treffen zuversichtlich. Er sei «sehr zuversichtlich» hinsichtlich des neuen Treffens mit der iranischen Seite, sagte er vor Journalisten, ohne Einzelheiten zu nennen. Später erklärte er im Onlinedienst X, man habe am Rande der UN-Generalversammlung über Vermittler lange Gespräche mit der iranischen Delegation geführt. Diese Vermittler seien «den ganzen Tag über zwischen den beiden Seiten hin- und hergependelt». Sie hätten «eine Gesprächsrunde erfolgreich abgeschlossen, die sich hoffentlich als konstruktiv und vielversprechend erweisen wird». Die Vermittler würden ihre Arbeit fortsetzen. Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde das Treffen von Pakistan und Katar vermittelt, die sich für eine Rückkehr zur Diplomatie und für Deeskalation einsetzen.
Trump hatte zuvor in seiner Rede vor den UN-Staats- und Regierungschefs dem Iran die Wahl zwischen «Größe» und «Auslöschung» gelassen. Er äußerte sich zuversichtlich, «schnell» ein Friedensabkommen mit dem Iran schließen zu können. «Ich glaube, wir werden ein Abkommen direkt nach der Wahl schließen», sagte er mit Blick auf die US-Kongresswahlen am 3. November. Zugleich drohte er, die Islamische Republik «in die Hölle» zu schicken und zu «vernichten», falls keine Einigung zustande komme. Er rief die Weltgemeinschaft erneut auf, den Iran vollständig wirtschaftlich zu isolieren. Während seiner Rede verließen fast alle Mitglieder der iranischen Delegation den Saal.
Iranischen Staatsmedien zufolge informierte Außenminister Araghtschi die US-Seite über die Bedingungen Teherans für eine Öffnung der Straße von Hormus. Dazu gehörten das sofortige Ende der US-Seeblockade, die Auszahlung aller durch Sanktionen eingefrorenen Vermögenswerte und ein Ende aller Kriegshandlungen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irib. Die Meerenge von Hormus ist für den Welthandel von zentraler Bedeutung. Ihre Schließung setzt Trump innenpolitisch unter Druck, da die Treibstoffpreise massiv gestiegen sind. Seinen Republikanern droht bei den Kongresswahlen eine Niederlage.
Direkte Gespräche zwischen US-amerikanischen und iranischen Vertretern hatten zuletzt im Juni in der Schweiz stattgefunden, bevor die Verhandlungen vorläufig abgebrochen wurden. Witkoff und Kushner hatten damals mit Teheran verhandelt. Der Iran-Krieg war vom US-Präsidenten vor fast sieben Monaten mit ausgelöst worden. Bisherige Vorstöße für eine Friedenslösung verliefen im Sande. Am Mittwochvormittag (Ortszeit) soll Irans Präsident Massud Peseschkian vor der UN-Vollversammlung sprechen.
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