Der kanadisch-amerikanische Grenzsee Lake Ontario heißt für Nutzer von Google Maps in den USA künftig Lake America. Der Online-Kartendienst hat die Umbenennung übernommen, die US-Präsident Donald Trump per Dekret im Zuge des eskalierten Zollstreits mit Kanada veranlasst hatte. Google verwies darauf, dass sich der Schritt im offiziellen geografischen Namensregister der USA (GNIS) niederschlage. Da Google Maps darauf basierend aktualisiert werde, bedeute dies für Nutzer in den USA, dass der Ontariosee dort künftig als Lake America ausgewiesen werde.

Nutzern in Kanada werde dagegen weiterhin der Name Lake Ontario angezeigt. Außerhalb der USA und Kanadas würden beide Namen sichtbar sein, erklärte das Unternehmen. Weder die US-Regierung noch die kanadische Regierung äußerten sich zunächst zu dem Vorgehen. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump geografische Bezeichnungen ändern lässt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Google Maps nach einem Dekret Trumps an dessen erstem Amtstag den Golf von Mexiko für US-Nutzer in Gulf of America umbenannt. In Deutschland wird dort weiterhin Golf von Mexiko angezeigt, gefolgt von Golf von Amerika in Klammern.

Die Umbenennung des Ontariosees ist Teil einer Reihe von Maßnahmen im Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada. Der Streit belastet auch die Automobilindustrie. Der US-Autobauer General Motors will trotz der Zolldrohungen in Kanada investieren. Gemäß einer vorläufigen Vereinbarung mit der Gewerkschaft Unifor sind 1,1 Milliarden kanadische Dollar (rund 683 Millionen Euro) für den kanadischen Automobilsektor vorgesehen, wie aus einem am Samstag veröffentlichten Verhandlungsbericht hervorgeht. Ein Teil des Geldes soll in die Montage eines schweren Pickups in einem Werk in Ontario fließen.

Die Investition kommt zu einer Zeit, in der die kanadische Automobilindustrie mit US-Zöllen von 25 Prozent zu kämpfen hat. Trump hat zudem gedroht, diese zum 1. Januar 2027 auf 50 Prozent zu verdoppeln. Die Vereinbarung muss noch von den rund 4.600 Gewerkschaftsmitgliedern gebilligt werden, die am Samstag und Sonntag darüber abstimmen.

Unterdessen hat der frühere Trump-Unterstützer und Talkshow-Moderator Tucker Carlson eine sofortige Amtsenthebung des Präsidenten gefordert. Als Grund gab der populäre Kritiker an, dass das US-Militär im Iran-Krieg Atomwaffen einsetzen könnte. Damit sei eine rote Linie überschritten, sagte Carlson in seiner Show bei einer Diskussion über die Risiken einer nuklearen Eskalation im Nahen Osten. Jeder Regierungschef eines jeden Landes, der vorschlage, nukleare Waffen als Erster einzusetzen, habe seinen Führungsanspruch verwirkt, so der Podcaster. Carlson erklärte, es habe im Pentagon Diskussionen über einen Atomwaffeneinsatz gegeben, und warf Trump vor, dem Iran mit einem Nuklearschlag gedroht zu haben.

Trump hatte zwar im April gedroht, die gesamte Zivilisation im Iran werde sterben, öffentlich hat er bislang jedoch nicht geäußert, Atomwaffen einsetzen zu wollen. Stattdessen hatte er deren Einsatz zuletzt ausdrücklich ausgeschlossen.

Sebastian Mertens

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Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.