Bei neuen russischen Angriffen sind Energieanlagen rund um Kiew getroffen worden. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ist die Stromversorgung der ukrainischen Hauptstadt dadurch extrem schwierig geworden. Auch die Wasser- und Fernwärmeversorgung ist betroffen. Russland greift Kiew zudem mit ballistischen Raketen an, und die Folgen treffen die Bevölkerung unmittelbar: Strom- und Heizungsausfälle wiederholen sich in der Ukraine immer wieder.

Beschädigt wurde außerdem die Dnipro-Brücke, eine wichtige Verbindung zwischen der östlichen und der westlichen Hälfte der Stadt. Gerade für den Verkehr und die Versorgung zwischen beiden Stadthälften ist ein solcher Übergang von großer Bedeutung. Experten prüfen derzeit noch, wie groß die Schäden an der Brücke und an der übrigen Energie- und Brückeninfrastruktur tatsächlich sind. Das Ausmaß ist bislang offen. Bei den Angriffen wurden fünf Menschen in Kiew verletzt, darunter ein 14-jähriges Kind.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vorab vor neuen Angriffen auf Energieanlagen und Brücken gewarnt. Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass solche Attacken vorbereitet würden. Die Warnung fiel also nicht unvermittelt, sondern stützte sich auf entsprechende Erkenntnisse. Selenskyj forderte erneut Abfangraketen für das Luftverteidigungssystem Patriot, um die Bevölkerung und die Infrastruktur besser zu schützen.

Die Angriffe zeigen, dass Russland trotz diplomatischer Bemühungen seine Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine fortsetzt. Dass sich Diplomatie und militärische Schläge zugleich vollziehen, prägt die aktuelle Lage. Für die Menschen in Kiew bedeutet das, dass sie sich auf weitere Einschränkungen bei Strom, Wasser und Wärme einstellen müssen, während die Kämpfe andauern.

Auf diplomatischer Ebene sind Gespräche geplant. Vertreter Russlands, der Ukraine und der USA sollen sich in Abu Dhabi treffen, und zwar am Dienstag und Mittwoch der kommenden Woche. Es wäre das erste derartige Treffen seit Februar. Vertreter der EU sitzen nicht am Verhandlungstisch, obwohl Europa die Ukraine politisch und militärisch unterstützt.

Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht nach eigenen Worten wenig Hoffnung auf eine baldige Waffenruhe. Diese Einschätzung dämpft die Erwartungen an die bevorstehenden Gespräche. Gleichzeitig gehen die Angriffe auf die russische Ölindustrie weiter, was zeigt, dass beide Seiten ihre Angriffe auf die Infrastruktur des jeweils anderen fortsetzen. Ob die Gespräche in Abu Dhabi Ergebnisse bringen, ist derzeit offen.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.