Bei einem Brand in der Brüsseler Innenstadt sind am Dienstagmorgen mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die leblosen Körper wurden in einem Aufzug des betroffenen Gebäudes entdeckt, wie die Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur DPA bestätigte. Sechs weitere Personen gelten weiterhin als vermisst. Die genaue Zahl der Todesopfer und ihre Identität waren zunächst nicht bekannt.
Das Feuer brach in dem sogenannten Oxy-Gebäude aus, das sich derzeit in einem umfassenden Umbau befindet. Früher diente es als Sitz der Verwaltung der belgischen Hauptstadt, nun soll es in ein multifunktionales Gebäude mit Büros, Restaurants, Hotelzimmern und Wohnungen umgewandelt werden. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs waren rund 250 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. In dem Gebäude sollten unter anderem neue Aufzüge eingebaut werden.
Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers war das Feuer zunächst als kleiner Brand im zweiten Stock des Gebäudes gemeldet worden. Die Einsatzkräfte rückten aus, um die Flammen zu löschen. Erst nach der erfolgreichen Löschung entdeckten sie die Toten in einem der Aufzüge. Die genauen Umstände, wie die Menschen in den Aufzug gelangten und dort ums Leben kamen, waren zunächst Gegenstand der Ermittlungen. Der zuständige Staatsanwalt schloss nicht aus, dass sich in einem weiteren Aufzug, zu dem die Rettungskräfte zunächst keinen Zugang hatten, weitere Tote befinden könnten.
Zwei Arbeiter erlitten bei dem Brand Verbrennungen und wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Ein Feuerwehrmann erlitt während der Löscharbeiten einen Hitzschlag und musste ebenfalls medizinisch versorgt werden. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen und die Suche nach möglichen weiteren Opfern fortzusetzen.
Brüssels Bürgermeister Philippe Close sprach vor Ort von einem Drama, das tief berühre. Er versprach den Betroffenen und ihren Familien umfassende Unterstützung und dankte den Rettungskräften für ihren unermüdlichen Einsatz. Die Stadtverwaltung kündigte an, die Hinterbliebenen der Opfer zu betreuen und die Ermittlungen zur Brandursache eng zu begleiten.
Das Oxy-Gebäude liegt in einer Fußgängerzone mitten in der Brüsseler Innenstadt und ist ein markanter Punkt im Stadtbild. Der Umbau des ehemaligen Verwaltungssitzes zu einem modernen Komplex mit gemischter Nutzung war Teil eines größeren Stadtentwicklungsprojekts. Der Brand hat nun nicht nur Menschenleben gefordert, sondern wirft auch Fragen zur Sicherheit auf Baustellen auf, insbesondere wenn so viele Arbeiter gleichzeitig in einem Gebäude tätig sind.
Die Ermittlungen zur Brandursache laufen auf Hochtouren. Die Staatsanwaltschaft hat ein Team von Brandermittlern eingesetzt, das die genaue Ursache des Feuers klären soll. Bislang gibt es keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung, aber alle Möglichkeiten werden geprüft. Die Behörden appellieren an die Öffentlichkeit, sich nicht in Spekulationen zu verlieren, sondern die Arbeit der Ermittler abzuwarten.
Der Vorfall hat in Belgien und international Bestürzung ausgelöst. Die Nachricht von den Toten in dem Aufzug verbreitete sich schnell und sorgte für Trauer und Betroffenheit. In den sozialen Medien drückten viele Menschen ihr Beileid aus und forderten eine gründliche Aufklärung des Unglücks. Die Stadt Brüssel kündigte an, eine Gedenkstätte für die Opfer einzurichten, sobald die Identitäten der Verstorbenen feststehen.
