In der texanischen Hauptstadt Austin hat ein Beamter der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE auf einen Mann geschossen und ihn schwer verletzt. Der Vorfall löste Proteste aus und befeuerte die Debatte über den Umgang der Behörde mit Migranten und der Zivilbevölkerung. Die genauen Umstände der Schussabgabe sind bislang unklar; die örtlichen Behörden und die ICE-Aufsicht haben Ermittlungen eingeleitet.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, wo er notoperiert werden musste. Sein Zustand sei kritisch, hieß es. Der ICE-Beamte wurde zunächst vom Dienst suspendiert, während die Ermittlungen laufen. Die Behörde kündigte an, den Fall vollständig aufzuklären und mit den zuständigen Stellen zusammenzuarbeiten.

Die Demokraten im Kongress und in Texas forderten eine unabhängige Untersuchung. «Die wiederholten Schusswaffeneinsätze von ICE-Beamten sind alarmierend», erklärte ein Sprecher der Demokraten. «Wir brauchen Transparenz und Konsequenzen.» Auch Menschenrechtsorganisationen kritisierten die zunehmende Militarisierung der Einwanderungsbehörde und verlangten eine Überprüfung der Einsatzregeln.

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer verschärften Einwanderungspolitik unter Präsident Donald Trump. Die Regierung hatte zuletzt die Befugnisse von ICE erweitert und den Bau neuer Abschiebeeinrichtungen vorangetrieben. In mehreren Städten kam es in der Vergangenheit zu Protesten gegen die Behörde. In Austin versammelten sich nach dem Vorfall zahlreiche Menschen, um gegen Polizeigewalt und die Behandlung von Migranten zu demonstrieren.

Die örtliche Polizei bestätigte, dass sie den Vorfall untersucht, betonte jedoch, dass die Zuständigkeit bei den Bundesbehörden liege. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, äußerte sich zunächst nicht. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, der Präsident sei über den Vorfall informiert und werde sich zu gegebener Zeit äußern.

Der Fall dürfte die ohnehin aufgeheizte Debatte über Einwanderung und Sicherheit in den USA weiter anheizen. Menschenrechtsgruppen fordern seit Langem eine unabhängige Kontrolle der ICE-Einsätze. Der Vorfall in Austin ist nicht der erste dieser Art: Bereits in den vergangenen Monaten war es zu mehreren Schusswaffeneinsätzen durch ICE-Beamte gekommen, die teils tödlich endeten.

Die Behörden haben die Öffentlichkeit um Hinweise gebeten. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Ermittlungen dauern an.

Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.