Zwei der drei russischen Dieseltanker, die die Vereinigten Staaten ansteuerten, haben offenbar ihren Kurs geändert. Das berichtet die Financial Times. Demnach steuern die Schiffe nicht mehr die amerikanische Atlantikküste an. Der dritte Tanker hält weiterhin Kurs in Richtung USA, ein bestätigtes Ziel gibt es für ihn bislang nicht. Den Eigentümern der Ladung sollen neue Käufer gesucht werden.
Hintergrund ist eine Vereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, russischen Diesel in die USA zu importieren, um die Kraftstoffpreise zu senken. Der Plan stieß jedoch auf politischen und rechtlichen Widerstand. Der Tanker «Leruo» soll nach Brasilien umgeleitet worden sein, die «Talisman» nach Algerien. Beide Schiffe stehen unter Sanktionen.
Der Gouverneur von New Jersey hatte die Häfen seines Bundesstaates davor gewarnt, russischen Diesel anzunehmen. Die Dringlichkeit des Vorhabens ergibt sich aus der Lage am Markt: Die Dieselbestände in den USA sind auf unter 100 Millionen Barrel gefallen, den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten. An den Zapfsäulen kostete Diesel zuletzt 6,27 Dollar pro Gallone.
Parallel zu diesen Entwicklungen sorgt die US-Innenpolitik für Bewegung. Der Republikaner Thomas Massie hat angekündigt, sein Amtsenthebungsverfahren nicht weiter voranzutreiben, falls Verteidigungsminister Pete Hegseth zurücktritt. Nach den Zwischenwahlen haben die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewonnen, Trump bleibt im Weißen Haus. Im Senat gewannen die Demokraten einen Sitz in North Carolina; zudem holten sie mehrere als sicher geltende Staaten, darunter den Amtsinhaber Jon Ossoff in Georgia.
An der Wall Street verzeichnete der Handel nach den Zwischenwahlen den größten Tagesgewinn seit Monaten. Der S&P 500 schloss mit einem Plus von 1,6 Prozent. Auf dem Arbeitsmarkt blieb die Zahl der offenen Stellen im September mit rund 7,5 Millionen nahezu unverändert, während die Zahl der Kündigungen um etwa 2,4 Prozent auf 3,4 Millionen stieg.
Auch im Konflikt mit dem Iran bleibt die Lage angespannt. Trump schloss weitere größere Angriffe nicht aus, sagte jedoch, es gebe derzeit keine unmittelbaren Angriffspläne und es bestehe «keine Eile». Berichten zufolge hat die US-Luftwaffe die iranische Insel Qeshm getroffen. Als künftige Optionen nannte Trump Diplomatie, wirtschaftlichen Druck oder militärisches Handeln.
Im Zusammenhang mit Grönland hat das dortige Parlament ein neues Verteidigungsabkommen mit den USA gebilligt. Die Abstimmung im dänischen Parlament ist für den 19. November angesetzt. Zudem kündigte Trump früher an, Milliardenhilfen für Israel zu beenden. Im Ukraine-Krieg ist ein Treffen mit russischen und ukrainischen Vertretern im Weißen Haus geplant. In dem besetzten Oleschky wurde zudem eine humanitäre Waffenruhe vereinbart; die Rolle von Melania Trump dabei ist umstritten.
Quelle: t-online.de
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