US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat erneut einen Spitzenfunktionär des Pentagons entlassen. Brett Sylvia, bis zuletzt Mitglied des Generalstabs, sei wegen «schwerwiegenden Fehlverhaltens» aus dem Dienst entfernt worden, teilte ein Pentagon-Beamter der Nachrichtenagentur DPA mit. Gegen Sylvia werde ermittelt, weil er unter anderem geheime Informationen über den Iran-Krieg und den Krieg zwischen Russland und der Ukraine weitergegeben haben soll.
Sylvia war unter anderem für Planung und Strategie zuständig und arbeitete dem Generalstab zu. Dieses Gremium besteht aus acht ranghöchsten Vertretern der Teilstreitkräfte. Sein Vorsitzender, General Dan Caine, ist der ranghöchste militärische Berater des US-Präsidenten und des Verteidigungsministers. Die Entlassung eines so hochrangigen Strategen fällt in eine Phase, in der über neue US-Angriffe auf Iran spekuliert wird. Der Zeitpunkt gilt deshalb als brisant, zumal auch die Vorwürfe gegen Sylvia schwer wiegen.
Nach Angaben des Pentagon soll Sylvia die Regeln für den Kontakt mit Journalisten umgangen haben. Das Ministerium hatte den Zugang für Medienvertreter zuletzt drastisch verschärft und erheblich erschwert. Um dies zu umgehen, habe sich Sylvia außerhalb des Gebäudes mit Journalisten getroffen. Mit den Vorwürfen konfrontiert, sei er bei drei Lügendetektortests durchgefallen. Das Pentagon hat diese unorthodoxe Methode offenbar genutzt, um den Verdacht zu überprüfen. Das Justizministerium hat die Ermittlungen inzwischen übernommen.
Pentagon-Sprecher Sean Parnell richtete auf der Plattform X eine deutliche Warnung an alle, die geheime Informationen weitergeben wollen. Die Weitergabe gefährde militärische Operationen ebenso wie die Sicherheit der Streitkräfte. Sylvia ist nicht der erste hochrangige Abgang seit Beginn des Iran-Krieges. Bereits zuvor verließen Heeresstabschef General Randy George, Marine-Staatssekretär John Phelan und Christopher Donahue, Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika, das Pentagon. Seit seinem Amtsantritt hat Hegseth zahlreiche ranghohe Militärvertreter ausgetauscht, was die Frage nach der Stabilität der militärischen Führung aufwirft.
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